Amazon setzt auf milliardenschwere KI-Investitionen
Amazon hebt die Latte für Investitionen in der Technologiebranche noch höher: Der Handelsgigant plant, in diesem Jahr beeindruckende 200 Milliarden US-Dollar in die Bereiche Künstliche Intelligenz, Chips, Robotik und Satelliten zu investieren. Diese Ankündigung ließ Anleger jedoch nicht unberührt: Im nachbörslichen Handel fiel der Aktienkurs um über zehn Prozent.
Die Hauptinitiative von Amazon unter der Führung von Andy Jassy zielt auf den Ausbau der KI-Infrastruktur. Das Unternehmen sieht in dieser strategischen Investition langfristig eine profitable Perspektive. Dank seiner starken Position im Cloud-Geschäft, profitiert Amazon vom aktuellen KI-Boom. Im letzten Quartal konnte die Cloud-Sparte AWS ihren Umsatz um 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar steigern, was die Erwartungen der Analysten übertraf.
Auch andere Technologiekonzerne haben ehrgeizige Pläne im Bereich KI. Alphabet, der Mutterkonzern von Google, hat kürzlich Kapitalinvestitionen zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar angekündigt. Meta, die Holdinggesellschaft von Facebook, plant Investitionen zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar. Dennoch bleibt die Frage offen, ob diese enormen Aufwendungen in KI-Technologie und Infrastruktur letztlich rentabel sein werden.
Finanziert werden Amazons Investitionen durch die stark performende Cloud-Sparte und das robuste Handelsgeschäft. Im letzten Quartal stieg Amazons Umsatz um 14 Prozent auf 213,4 Milliarden Dollar, während der Gewinn auf 21,2 Milliarden Dollar kletterte. Dieser Gewinn wurde jedoch durch Sonderkosten aufgrund eines Steuerstreits in Italien sowie der Schließung von Amazon Fresh und Amazon Go-Läden in den USA beeinträchtigt.
Intern modernisiert sich Amazon ebenfalls: Der Konzern baut rund 30.000 Bürojobs ab und bezieht sich dabei auf den Einfluss der Künstlichen Intelligenz. Diese Umstrukturierungen führten im vergangenen Quartal zu Ausgaben von 730 Millionen Dollar für Abfindungen. In den Logistikzentren soll Robotik künftig monotone Arbeitsaufgaben übernehmen, um die Effizienz zu steigern und die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen.
CEO Jassy setzt zudem auf eine Erweiterung des Sortiments auf der Handelsplattform, insbesondere bei Alltagsartikeln, um Amazon zur ersten Anlaufstelle für Einkäufe zu machen. Diese Strategie hat sich in den USA bereits beim Verkauf von frischen Lebensmitteln bewährt.

