Altersgrenze im Wandel: Deutsche Rentner arbeiten länger
Das Durchschnittsalter für den Renteneintritt in Deutschland hat sich erneut erhöht und liegt nun bei 64,7 Jahren, ein Anstieg, der auf die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis 2031 zurückzuführen ist. Vor 23 Jahren, im Jahr 2000, war der Renteneinstieg durchschnittlich noch mit 62,3 Jahren erreicht. Diese Entwicklung zeigt, dass sich die Altersgrenze langsam, aber kontinuierlich nach oben verschiebt.
Trotz der demografischen Herausforderungen, die häufig Diskussionen über eine Anhebung der Rentengrenze auf 70 Jahre entfachen, gibt es bislang keine Pläne, diesen Weg zu beschreiten. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD hält fest, dass es keine weitere Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters geben soll. Stattdessen fokussiert sich die Politik auf die Förderung der sogenannten "Aktivrente", die es erlaubt, dass Rentner bis zu 2.000 Euro ihres Gehalts steuerfrei verdienen können, wenn sie nach Erreichen der Altersgrenze weiterarbeiten.
Die Deutsche Rentenversicherung beurteilt ihre finanzielle Lage als stabil, unterstützt durch einen robusten Arbeitsmarkt und positive Lohnentwicklungen. Anja Piel, Vorstandsmitglied der Deutschen Rentenversicherung, unterstreicht die Beständigkeit der finanziellen Situation. Der Jahresbericht vermeldet, dass Altersrentner im letzten Jahr im Schnitt 1.154 Euro monatlich erhielten, wobei die Rente für Männer bei 1.405 Euro und für Frauen bei 955 Euro lag. Die Rentenkassen gaben 2024 etwa 402,8 Milliarden Euro aus und nahmen rund 402 Milliarden ein. Zum 1. Juli 2024 wurden 21,4 Millionen Rentnerinnen und Rentner verzeichnet, was einem Anstieg um 200.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

