Alkoholkonsum in Deutschland: Ein Blick auf Kosten und Trends
Viele Menschen in Deutschland und anderen Teilen Europas verzichten im Januar auf Alkohol – der sogenannte "trockene Januar" hat sowohl gesundheitliche als auch finanzielle Implikationen. Aktuelle Untersuchungen bestätigen, dass Verzicht in jedem Fall gesundheitsförderlich ist, da selbst geringe Mengen Alkohol negative Auswirkungen auf den Körper haben können. In Deutschland sind alkoholische Getränke im europaweiten Vergleich jedoch besonders günstig, was den Konsum zusätzlich anheizen könnte. Das Statistische Bundesamt hat festgestellt, dass die Preise für Alkoholika hierzulande 14 Prozent unter dem EU-Durchschnitt liegen, wobei nur Italien noch günstigere Preise aufweist.
Trotz niedriger Preise geht der Pro-Kopf-Konsum in Deutschland zurück. Nach Daten der WHO konsumierte jede Person ab 15 Jahren im Jahr 2022 durchschnittlich 11,2 Liter reinen Alkohol – ein Rückgang von einem Liter im Vergleich zu zehn Jahren zuvor. Dies positioniert Deutschland auf Platz neun in Europa, gleichauf mit Frankreich und Portugal. In Rumänien wird am meisten getrunken, während Länder wie Finnland und Dänemark trotz hoher Preise weniger konsumieren.
Interessanterweise zeigen sich vor allem bei Männern und der jüngeren Generation zwischen 12 und 25 Jahren rückläufige Konsumtrends. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont, dass nur völliger Verzicht risikofrei ist. Diese Rückgänge spiegeln vielleicht auch veränderte gesellschaftliche Normen wider, die dazu führen, dass Frauen nicht unbedingt weniger, jedoch Männer zunehmend bewusster trinken.
Im Gegensatz dazu sind alkoholfreie Getränke in Deutschland relativ teuer, was insbesondere in Lettland durch eine hohe Zuckersteuer noch verstärkt wird. Dort kosten nicht-alkoholische Getränke ganze 46 Prozent mehr als der EU-Schnitt. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, plädiert für eine Zuckersteuer, um die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von übermäßigem Zuckerkonsum zu minimieren. Auch bei Alkohol und Tabak sieht er Potenzial für Veränderungen durch höhere Abgaben.

