Formel 1

Alarm bei Red Bull: Verstappen droht Sperre nach Wut-Rennen

01. Juni 2025, 19:26 Uhr · Quelle: dpa
Verstappen und Red Bull versuchen alles. Der Risiko-Plan geht nicht auf. Stattdessen rammt er einen Rivalen und wird bestraft. WM-Spitzenreiter Piastri zieht davon.

Barcelona (dpa) - Nach einem schweren Wut-Rückfall von Max Verstappen mit einem Rammstoß droht die Formel-1-WM frühzeitig zum reinen McLaren-Duell zu werden. Eine «All-in»-Reifen-Taktik schien beim Großen Preis von Spanien für den viermaligen Champion aufzugehen, ehe in einer packenden Schlussphase Verstappen eskalierte und nach einer Zehn-Sekunden-Strafe nur Zehnter wurde. Zudem bekam er drei Strafpunkte und steht nun bei insgesamt elf für einen Zeitraum von 12 Monaten. Ab dem zwölften Punkt wäre Verstappen für ein Grand Prix gesperrt. 

Auf die Frage, ob die Aktion kurz vor Schluss gegen George Russell im Mercedes Absicht gewesen sei, entgegnete Verstappen trotzig: «Spielt das eine Rolle?» Sie seien viel zu langsam, um um den Titel zu kämpfen, meinte er. «Es war eine aufgereizte Stimmung», sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko: «Dann ist schon ein gewisser Frust da, der sich in der Fahrweise ausdrückt.» 

Schuldzuweisungen gab es vom Verstappen-Intimus im Sky-Gespräch aber nicht. Die Lage fürs Team ist insgesamt viel zu ernst. Nach der Niederlage in der Konstrukteurs-WM im vergangenen Jahr gegen McLaren, droht die in diesem Jahr auch noch die Fahrer-WM frühzeitig für Red Bull und Verstappen gegen Spanien-Sieger Oscar Piastri und den Zweitplatzierten Lando Norris gelaufen zu sein. «Der Rückstand wird jetzt langsam beängstigend», sagte Marko. «Wir sind so zwei, drei Zehntelsekunden langsamer. Die Zeit kann auch ein Verstappen nicht aufholen.» 

In der spektakulären Schlussphase nach einem Safety-Car-Einsatz traf Verstappen mit seinem Red Bull den Mercedes des viertplatzierten George Russell und wurde dafür bestraft. Er rutschte auf den völlig enttäuschenden zehnten Platz zurück. Besonders auskunftsfreudig war Verstappen danach erstmal nicht: «Es war schade mit dem Safety Car, ich hatte nur noch harte Reifen, die haben nicht funktioniert. Ich hatte keinen Grip. Bis dahin war es ein positives Rennen, ein dritter Platz war möglich», sagte er RTL. 

49 Punkte Rückstand für Frust-Verstappen

Piastri feierte unterdessen im neunten Saisonrennen bereits den fünften Sieg. Auch Teamkollege Norris konnte eine Woche nach seinem Monaco-Triumph den Australier nicht gefährden. «Ich kann mich nicht beklagen, es ist bisher ein großartiges Jahr und dieses Wochenende war genau die Art von Wochenende, die ich mir gewünscht habe», sagte Piastri. 

Dritter wurde Charles Leclerc im Ferrari, gegen den nach einem Manöver gegen Verstappen keine Strafe verhängt wurde. Einen famosen fünften Rang fuhr Nico Hülkenberg im Sauber ein, dabei ließ er auch Rekordchampion Lewis Hamilton im Ferrari nach einem tollen Manöver hinter sich. 

Rennsieger Piastri baute seinen Vorsprung aus. Er hat nun 186 Punkte, Norris kommt auf 176. Verstappen bekam nur einen Punkt und hat lediglich 137 - und damit 49 Zähler weniger als Piastri. 

Hamilton-Kritik an Regelverschärfung: «Geldverschwendung» 

Dabei lief es am Start für Verstappen eigentlich gut. Im Windschatten von Polesetter Piastri zog er vorbei an Norris und machte sich auf die Verfolgung von Piastri. Ernsthaft gefährlich wurde der 27 Jahre alte Niederländer dem 24 Jahre alten Australier aber nicht. Vier der acht Grand Prix bis zum Spanien-Rennen gewann Piastri bereits. Zwei, darunter zuletzt den Klassiker in Monaco, entschied Norris für sich. 

Vom Wochenende in Katalonien an gilt aber eine Regelverschärfung, die Frontflügel dürfen sich noch weniger verbiegen. Manch einer glaubte, McLaren habe das ausgereizt und könnte Leidtragender sein. Die aber sahen sich getäuscht. Rekordweltmeister Lewis Hamilton von Ferrari bezeichnete die Maßnahme sogar als Geldverschwendung: «Es hat sich nichts geändert.» 

Vorn cruiste Piastri erstmal recht allein. Verstappen entschied sich für einen frühen ersten Reifenwechsel. Eine Woche nach dem Langweiler von Monaco wurde das Spanien-Rennen schnell zur Strategie-Schlacht. Red Bull setzte mit Verstappen auf Risiko, um McLaren unter Druck zu setzen. Denn er hatte auch Norris ohne große Gegenwehr überholen lassen müssen.

Verstappens Attacke-Taktik: Vollgas mit neuen Reifen

Die Strategie ging zunächst auf. Der Vorjahressieger holte mit den frischen Reifen so viel auf, dass er vor Norris und auch Piastri lag, als diese nach ihrem ersten Reifenwechsel zurück auf die Strecke kamen. Doch zufrieden war Verstappen nicht mit dem Wagen. «Er ist so schwer zu fahren, man kann nicht bremsen», funkte Verstappen. Kurz danach kam er zum zweiten Boxenstopp rein. 

Die nächste Aufholjagd mit frischen Gummis begann. An Charles Leclerc im Ferrari kam er fix ran und auch vorbei. Nun lagen wieder nur noch Piastri und Norris vor dem Barcelona-Sieger der vergangenen drei Jahre. Aber es schien nicht zu klappen. 

Verstappens Verwunderung über die finale Reifenwahl

Doch dann verursachte ein Defekt des Mercedes von Kimi Antonelli eine Safety-Car-Phase. Alle konnten schnell noch mal die Reifen wechseln. Die Gelegenheit für Verstappen! Doch verwundert stellte er fest, dass er die härteste Reifenmischung bekommen hatte. Andere Optionen habe es nicht gegeben, antwortete der Kommandostand.

Sechs Runden vor Schluss kam es schon zum Showdown: Piastri verteidigte die Führung, dahinter blieb Norris, Verstappen rutschte mit den harten Reifen, Leclerc zog anschließend vorbei. Und dann funkte das Team auch noch, dass er Russell im Mercedes passieren lassen sollte, weil er sich diesem gegenüber vorher einen unerlaubten Vorteil verschafft hatte. Er folgte widerwillig der Anweisung und rammte dabei den Silberpfeil. «Es ist einfach schade, dass so etwas immer wieder mal passiert. Das bringt ihm ja nie etwas», sagte Russell.

Motorsport / Formel 1 / GP Spanien / Spanien
01.06.2025 · 19:26 Uhr
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