Adidas fällt unter Druck: Analystenbericht trübt Aussichten
Die Stimmung rund um die Adidas-Aktie verhärtet sich spürbar, nachdem die Bank of America ihre Einschätzung des Sportartikelherstellers drastisch heruntergestuft hat. Während die übrigen Märkte kaum Bewegung zeigten, geriet Adidas mit einem Kursrückgang von 7,0 Prozent auf 158,00 Euro ins Straucheln und rangierte damit am Ende des Leitindex DAX. Die Aktiengewinne, die seit dem Tiefpunkt im November 2021 bei 150,40 Euro erzielt wurden, sind damit nahezu zunichte. Vor allem die Hoffnungen auf einen Boom zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hatten zuvor für Aufwind gesorgt.
Doch Analyst Thierry Cota hat im Ausblick für die europäische Sportartikelbranche Zweifel an diesem vermeintlichen Aufschwung angemeldet. Er reduzierte das Kursziel drastisch von 213 auf 160 Euro und stufte das Anlageurteil von 'Buy' auf 'Underperform' herab. Cota sieht keinerlei Anzeichen für eine Erholung in der Sportartikelbranche, deren Abschwung im zweiten Quartal 2023 begann. Obwohl dieser Abschnitt nun enden sollte, fehlen Signale für das Ende der Phase schwacher Umsätze, was auf eine Fortsetzung des Trends hindeutet.
'Der 20-jährige Freizeit-Sportartikel-Trend ist abgeschlossen', so Cotas ernüchternde Einschätzung. Kurzfristig erwartet der Analyst für das vierte Quartal einen Umsatzrückgang von zwei Prozent, besonders beeinflusst durch Nike und Puma. Der gesamte Sektor zeigt sich nur in schleppendem Wachstum, weit entfernt von früheren Spitzenwerten. Die Gewinnprognosen wurden entsprechend angepasst, mit einem bereits seit Anfang 2025 durchschnittlichen Rückgang um 20 Prozent für die Jahre 2026 und 2027.
Im Fall von Adidas wird ein schwaches Umsatzwachstum im vierten Quartal erwartet, mit zunehmenden Hürden nach der FIFA Weltmeisterschaft im Sommer. Die allgemein negativen Branchentrends schmälern die Aussicht auf höhere Margen zusätzlich.
Neben Adidas passte Cota auch sein Urteil für JD Sports an, von 'Buy' auf 'Neutral'. Hier sieht er eine Verschiebung der Schwierigkeiten von branchen- zu unternehmensspezifischen Themen. Bei einem stagnierenden Umsatzwachstum und zunehmenden Fixkosten prognostiziert er sinkende EPS-Erwartungen und senkte das Kursziel auf 96 Pence.
Für Puma bleibt die neutrale Haltung bestehen, doch hebt Cota das Kursziel aufgrund geringerer Kapitalkosten leicht auf 24 Euro an. Die Puma-Aktie fiel im MDAX um 3,0 Prozent auf 21,77 Euro, während JD Sports in London um 5,4 Prozent auf 82,66 Pence nachgaben.

