ABB stellt sich auf neue Handelslandschaft ein
Der schweizerische Technologiekonzern ABB sieht sich gut gerüstet, um den Veränderungen der globalen Handelsdynamik zu begegnen. Verwaltungsratspräsident Peter Voser betont, dass die lokale Produktion seit jeher ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie ist. In einem Interview mit der 'NZZ am Sonntag' erläuterte er, dass die Investitionen in die Werke in Tennessee und Mississippi, die sich auf 120 Millionen Dollar belaufen, nicht von aktuellen politischen Gegebenheiten beeinflusst wurden. Vielmehr seien sie Teil eines langfristigen Plans, der sich auf globale Trends wie den Klimawandel, Energieeffizienz und Automatisierung fokussiert.
Voser äußerte sich auch zu den neuen US-Zöllen und den potenziell steigenden Verkaufspreisen bei importierten Autos. Diese Entwicklung könnte die Lieferketten in den Herkunftsländern beeinflussen, doch sieht Voser für ABB nur ein überschaubares Risiko. Trotz der täglichen, neuen Erlasse der US-Regierung bleibt für den Konzernchef die grundlegende Geschäftsausrichtung konstant. Die Welt, so Voser, entwickle sich hin zu einer multipolaren Ordnung, anstatt einer, die von einer Großmacht dominiert wird.
Dabei steht Europa vor der Herausforderung, die Beziehungen zu anderen Weltregionen, insbesondere Asien und China, zu verstärken. Voser hebt hervor, dass Europa und die Schweiz bereit sein müssen, Zugeständnisse zu machen, um weiterhin am globalen Wachstum teilzuhaben. Besonders in Europa sei eine neue Aufbruchstimmung spürbar. Peter Voser fordert, dass die Schweiz ein Abkommen mit der EU anstreben müsse, um den heimischen Markt zu sichern, was insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen von Bedeutung sei. Nur durch Marktzugang könnten diese Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten, die nicht über die Flexibilität größerer Konzerne verfügen.
Zum Abschluss äußerte Voser seine Zuversicht zur europäischen Position als Exportmacht und Innovationszentrum. Der Kontinent müsse wieder auf seine traditionellen Stärken setzen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auszubauen.

