Venezuela und USA

Maduro wieder vor US-Gericht: Streit um Anwaltskosten

26. März 2026, 21:16 Uhr · Quelle: dpa
Zweiter Gerichtstermin nach der Gefangennahme Maduros
Foto: Heather Khalifa/FR172147 AP/AP/dpa
Maduro und seine Frau erschienen zum zweiten Mal vor einem New Yorker Gericht.
Anfang des Jahres nahm das US-Militär Nicolás Maduro in Venezuela gefangen. Jetzt erschien der abgesetzte Präsident erneut vor einem New Yorker Gericht - einem Prozess steht aber noch einiges im Weg.

New York (dpa) - Vor einem möglichen Prozess gegen Nicolás Maduro hat ein US-Richter die Forderung des abgesetzten venezolanischen Präsidenten nach einer Einstellung des Falls abgewiesen. Maduros Verteidiger wollen erreichen, dass die Anwaltskosten mit venezolanischen Staatsgeldern bezahlt werden, die Staatsanwaltschaft stemmte sich dagegen, wie dpa-Reporterinnen aus dem New Yorker Gericht berichteten. Der Richter traf dazu noch keine Entscheidung. Er schloss aber aus, das Verfahren wegen des Streits um die Anwaltskosten fallenzulassen.

Maduro hatte sein Land an der Spitze einer sozialistischen Regierung über Jahre autoritär geführt. Anfang des Jahres waren er und seine Ehefrau in der venezolanischen Hauptstadt Caracas von US-Spezialkräften gefangen genommen worden. Kurz darauf waren sie zu einer ersten Anhörung vor Gericht erschienen - bei der sie sich zu den von den USA erhobenen Vorwürfen für «nicht schuldig» erklärt und im Gegenzug den Vereinigten Staaten vorgeworfen hatten, sie entführt zu haben. Maduro und seine Ehefrau sind seit der Festnahme in einem Gefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn untergebracht.

Die USA haben Maduro unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt. Er soll demnach sein Amt dazu genutzt haben, um den Schmuggel von Tausenden Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen. Dafür soll Maduro sich mit Drogenhändlern verbündet und selbst persönliche Vorteile daraus gezogen haben. 

Die Parteien stritten bei der zweiten Gerichtsanhörung länger um die Verteidigungskosten des abgesetzten Präsidenten. Die Staatsanwaltschaft argumentiert unter anderem, dass eine Bezahlung aus venezolanischen Staatsgeldern gegen die Sanktionen gegen das südamerikanische Land verstoßen würde. Die Verteidigung bringt vor, dass so kein fairer Prozess für Maduro gewährleistet werden könne und die Anklage fallengelassen werden müsse.

Richter: Es gibt keinen Präzedenzfall

Richter Alvin Hellerstein kündigte an, zu einem späteren Zeitpunkt eine Entscheidung zu der Frage treffen zu wollen. Auch ein möglicher Termin für eine weitere Gerichtsanhörung solle zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt werden. Es gebe keinen Präzedenzfall, sagte Hellerstein. «Die Wahrheit ist, wir haben keinen Fall wie diesen.» Ein möglicher Prozess hat noch nicht begonnen. Die bisherigen zwei Gerichtstermine sind Teil eines Vorverfahrens.

Sowohl der 63-jährige Maduro als auch seine ebenfalls angeklagte Ehefrau Cilia Flores (69) erschienen zu der Anhörung. Sie selbst äußerten sich aber nicht, sondern ließen ihre Anwälte sprechen. Flores' Anwaltsteam bemängelte, die medizinische Versorgung im Gefängnis sei unzureichend. Sie verwiesen auf Herzprobleme ihrer Mandantin.

Trump: Maduro wird faires Verfahren bekommen

US-Präsident Donald Trump sagte, dass er davon ausgehe, dass Maduro ein faires Verfahren bekomme. Er könne sich aber vorstellen, dass Prozesse folgen könnten, weil man ihn bislang «nur wegen eines Bruchteils» der Dinge verklagt habe, die er getan habe, ergänzte Trump. 

Vor dem Gerichtsgebäude kam es zu Demonstrationen von Anhängern und Gegnern des abgesetzten Präsidenten. Ein Teilnehmer der Anti-Maduro-Kundgebung erklärte gegenüber dem Fernsehsender NTN24: «Ich komme hierher zur Unterstützung meines Volkes, glücklich, Nicolás Maduro hinter Gittern zu sehen.» Er warf den Gegendemonstranten vor, keine Venezolaner zu sein und die Lage im Land nicht zu kennen: «Alle sind Amerikaner, keiner spricht Spanisch», sagte er.

Unterstützer Maduros mobilisierten auch in Caracas. Im Zentrum der venezolanischen Hauptstadt wurden Straßen wegen einer regierungsnahen Kundgebung gesperrt, bei der Teilnehmer die Rückkehr Maduros und seiner Ehefrau forderten.

Umstrittener Militäreinsatz

Kritiker betrachten den US-Militäreinsatz in Venezuela als Verstoß gegen das Völkerrecht. Eine zentrale Frage ist auch, ob die USA die Immunität von Maduro als Staatschef verletzt haben - und er eigentlich nicht hätte außer Landes geschafft und angeklagt werden dürfen.

Nach Auffassung der US-Regierung war Maduro allerdings nicht mehr der rechtmäßige Präsident des südamerikanischen Landes. Nach Einschätzung der venezolanischen Opposition und internationaler Beobachter verlor er die Präsidentenwahl im Juli 2024. Das regierungstreue Wahlamt erklärte ihn trotzdem zum Sieger, und er ließ sich für eine weitere Amtszeit vereidigen.

Echter politischer Umbruch in Venezuela bleibt aus

Nach Maduros Festnahme übernahm die bisherige Vize-Präsidentin Delcy Rodríguez die Amtsgeschäfte. Zwar wurden eine Reihe von politischen Häftlingen entlassen, einen grundsätzlichen politischen Wandel leitete die autoritäre Führung des südamerikanischen Landes aber nicht ein. 

Die USA lockerten dennoch die Sanktionen gegen Venezuela und erlaubten wieder Ölgeschäfte mit dem staatlichen Energiekonzern PdVSA. US-Präsident Trump will die riesigen Ölvorkommen Venezuelas zugunsten der USA nutzen. Dazu gehört auch die Kontrolle über den Rohöl-Verkauf.

Regierung / Justiz / Kriminalität / USA / Venezuela / Maduro / Drogenschmuggel
26.03.2026 · 21:16 Uhr
[2 Kommentare]
Michél "Mitch" Kniat (Archiv)
Bielefeld - Nach drei Jahren beenden der DSC Arminia Bielefeld und Cheftrainer Mitch Kniat die Zusammenarbeit nach der abgelaufenen Saison. Beide Parteien einigten sich "nach umfangreichen Analysen und tiefgehenden Gesprächen einvernehmlich", teilte der Zweitligist am Samstag mit. Neben Mitch Kniat werden auch die Co-Trainer Dani Jara und Janik […] (00)
vor 27 Minuten
Nicholas Galitzine hat zugegeben, dass er sich wie ein 'kompletter Betrüger' fühlte, als er zum ersten Mal sein He-Man-Kostüm anzog.
(BANG) - Nicholas Galitzine fühlte sich wie ein "kompletter Betrüger", als er zum ersten Mal sein He-Man-Kostüm anzog. Der 31-jährige Schauspieler verkörpert Prinz Adam und dessen Superhelden-Alter-Ego im neuen Film 'Masters of the Universe', und vor seiner dramatischen körperlichen Transformation für die Rolle gab er zu, dass er sich "unwürdig" fühlte, […] (00)
vor 17 Stunden
Teile aus dem 3D-Drucker für die Ukraine
Berlin/Kiew (dpa) - Die Ukraine hat eine Armee, die auch in Deutschland aktiv ist: Drukarmija (Druckarmee) heißt eine Freiwilligenorganisation, deren Aktivisten mit 3D-Druckern massenhaft kleine Plastikteile herstellen. Sie drucken fast alles, was Soldaten und Rettungskräfte der Ukraine bei der Abwehr der russischen Invasion brauchen: Drohnenzubehör, […] (00)
vor 6 Stunden
Microsoft schiebt EA den schwarzen Peter zu: Xbox Game Pass Family Plan endgültig gestorben?
Kaum eine Funktion haben Xbox-Spieler so vehement gefordert wie einen Familien-Tarif für den Game Pass. Über das hauseigene Feedback-System „Player Voice“ landete das Familienabonnement unter den Top 5 der meistgewünschten Features. Doch nach Monaten des Testens in Irland und Kolumbien ist klar: Der Traum vom günstigen Mehrspieler-Abo ist geplatzt. Und […] (00)
vor 1 Stunde
Leo Woodall hat verraten, dass er viele Stunden investieren musste, um für seine Rolle als Niki White in dem Krimi-Thriller 'Tuner' Klavier spielen zu lernen.
(BANG) - Leo Woodall verbrachte Monate damit, für seine Rolle in 'Tuner' das Klavierspiel zu meistern. Der 29-jährige Schauspieler spielt in Daniel Rohers Krimi-Thriller Niki White, einen einst begabten Klavierspieler, der sein außergewöhnliches Gehör nutzt, um zum Dieb zu werden, nachdem er wegen der Hörstörung Hyperakusis nicht mehr auftreten kann. Er […] (00)
vor 1 Stunde
Mitch Kniat
Bielefeld (dpa) - Trainer Mitch Kniat verlässt Arminia Bielefeld. Der ostwestfälische Traditionsclub und der 40-Jährige einigten sich einvernehmlich auf eine Trennung, wie der Fußball-Zweitligist mitteilte. Kniat arbeitete drei Jahre bei der Arminia. Im vergangenen Jahr führte er den damaligen Drittligisten sensationell ins DFB-Pokalfinale, dort […] (00)
vor 32 Minuten
kostenloses stock foto zu altcoin, anlageportfolio, anlagerisiko
Der Bitcoin-Kurs scheint derzeit keine Erholung zu finden, da die Kryptowährung einen weiteren Rückgang verzeichnete und auf ein monatliches Tief von knapp über 74.000 $ fiel. Der bekannte Analyst CW erklärte, dass Kleinanleger ihre Bestände verkaufen, während große Investoren, sogenannte Wale, Kaufaufträge platziert haben, um den Verkaufsdruck […] (00)
vor 59 Minuten
Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen
Mörfelden-Walldorf, 23.05.2026 (lifePR) - Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen Jeder Modellbauer kennt das Problem: fettige Fingerabdrücke, Staub oder Schweiß auf empfindlichen Bauteilen. Gerade beim Kleben oder Lackieren ist eine absolut saubere Oberfläche entscheidend, damit die Arbeit gelingt und das Modell ein perfektes Finish […] (00)
vor 3 Stunden
 
Hamburger Hafen (Archiv)
Berlin - Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) senkt ihre […] (01)
Nahostkonflikt - Libanon
Tel Aviv (dpa) - Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere Stellungen […] (00)
Enteignen-Schild (Archiv)
Berlin - Gregor Gysi stellt die Vergesellschaftungspläne der Linken-Spitzenkandidatin […] (03)
Tigermückensaison
Berlin (dpa) - Die erste Asiatische Tigermücke in Deutschland ist in diesem Jahr […] (04)
Neue Sorgen um GTA 6: Fans rechnen plötzlich wieder mit einer Verschiebung
Eigentlich sollte rund um GTA 6 gerade pure Vorfreude herrschen. Stattdessen […] (00)
Madonna scheint auf Charli xcxs Aussage 'the dance floor is dead' reagiert zu haben, indem sie eine Disco-inspirierte Botschaft postete, die andeutet, dass nicht die Tanzfläche das Problem sei, sondern die Musik, die gespielt werde.
(BANG) - Madonna scheint auf die Aussage von Charli xcx reagiert zu haben, dass "die […] (00)
Abcourt Mines Inc. präsentiert Quartalszahlen Abcourt Mines Inc. (TSX Venture: ABI, OTCQB: […] (00)
DAZN sichert sich internationale Flag-Football-Rechte der IFAF
Der Streamingdienst baut sein Football-Angebot weiter aus und zeigt künftig große Turniere des […] (00)
 
 
Suchbegriff