Bitcoin, Mining, Staking: Wie entsteht eigentlich digitales Geld?

26. März 2026, 10:51 Uhr · Quelle: klamm.de
Bildquelle: PxHere CC0 Public Domain

Es gibt zahlreiche Wege, um im Internet Geld zu verdienen und es gibt sogar Wege, online neues Geld entstehen zu lassen. Neues Geld in Form von Euro, Franken, oder Dollar können natürlich nur die Zentralbanken drucken. Bei einigen Kryptowährungen ist das anders. Dort generieren die Teilnehmer der Netzwerke durch Mining oder Staking neue Coins. Wie das funktioniert und ob das wirklich jeder machen kann, schauen wir uns einmal genauer an.

Die (Un-)Begrenztheit von Kryptowährungen

Die Begrenztheit von Geld ist ein spannendes Thema, denn vielen Menschen ist gar nicht klar, dass es eine solche eigentlich gar nicht gibt. Spätestens seit unsere Landeswährungen nicht mehr an den Goldstandard gebunden sind, können die Zentralbanken bei Bedarf jederzeit nachdrucken und damit Inflation verursachen.

Bei Kryptowährungen läuft das alles etwas anders. In der Regel gibt es hier eine festgelegte Gesamtsumme, von der jedoch zunächst nur ein bestimmter Anteil im Umlauf ist. Die restlichen Coins müssen also zum Beispiel erst geschürft werden, so wie bei Bitcoin, Bitcoin Cash und Litecoin.

Nur die Coins, die bereits im Umlauf sind, können dann auf Börsen oder Tauschplattformen gekauft und gehandelt werden. Manche Kryptowährungen können sogar schon wie klassisches Geld genutzt werden, um damit Dinge zu bezahlen oder Geld auf Online-Plattformen einzuzahlen, beispielsweise für Gaming oder Glücksspiele.

Allerdings sind das in der Regel Plattformen, die nicht in Deutschland ansässig sind. Weitere Infos zu solchen Glücksspiel-Seiten gibt es im Latintimes Guide. Krypto-Coins auf diesem Wege zu vermehren, ist natürlich nicht garantiert.

Letztendlich wechseln sie auf solchen Plattformen schlichtweg den Besitzer. Völlig neue Coins hingegen lassen sich über das genannte Schürfen oder aber auch durch sogenanntes Staking generieren.

So werden neue Bitcoin geschürft

Bitcoin ist die wohl bekannteste Kryptowährung und hat mit Abstand die größte sogenannte Marktkapitalisierung. Damit ist gemeint, wie viel alle bereits existierenden Bitcoin zusammen wert sind. Berechnet wird das, indem man den aktuellen Preis eines Bitcoins mit der Anzahl der bereits im Umlauf befindlichen Coins multipliziert.

Die maximale Menge an Bitcoin ist von Anfang an festgelegt. Mehr als 21 Millionen wird es mathematisch nie geben. Von dieser Menge sind inzwischen bereits rund 20 Millionen Bitcoin geschürft. Die Marke von 20 Millionen wurde im März 2026 erreicht. Damit sind schon mehr als 95 % aller Bitcoin erzeugt.

Allerdings ist ein Teil davon für immer verloren. Das liegt daran, dass Nutzer ihre privaten Schlüssel oder Zugangsdaten verloren haben. Ohne diese Daten kann niemand mehr auf die betreffenden Coins zugreifen. Die Bitcoin existieren technisch weiter, sind in der Praxis aber nicht mehr nutzbar.

Neue Bitcoin entstehen durch sogenanntes Mining. Dabei stellen Teilnehmer Rechenleistung zur Verfügung, um Transaktionen zu verarbeiten und neue Blöcke zur Blockchain hinzuzufügen. Wer einen solchen Block erfolgreich findet, erhält als Belohnung neue Bitcoin. Im Durchschnitt passiert das ungefähr alle zehn Minuten.

Für das Mining gibt es heute große Anlagen mit spezieller Hardware. Daneben existieren aber auch kleinere Home-Miner, die mit eigener Technik am Netzwerk teilnehmen. Dieses Prinzip trägt zur Dezentralität von Bitcoin bei, weil die Erzeugung neuer Blöcke nicht nur bei einer einzigen Stelle liegt.

Die Belohnung für einen gefundenen Block wird regelmäßig halbiert. Dieses sogenannte Halving findet etwa alle vier Jahre statt. Dadurch sinkt die Menge neuer Bitcoin mit der Zeit immer weiter. Die letzten Bitcoin werden voraussichtlich erst um das Jahr 2140 geschürft.

Viele gehen davon aus, dass Miner danach keinen Anreiz mehr hätten. Tatsächlich erhalten sie aber weiterhin Einnahmen über die Transaktionsgebühren, die Nutzer für Überweisungen im Netzwerk zahlen.

Andere Coins, die geschürft werden, sind: Bitcoin Cash, Litecoin, ZCash, Monero, Dogecoin

Coins wie Ethereum entstehen durch Staking

Ethereum ist nach Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung und hat ebenfalls eine sehr hohe Marktkapitalisierung. Anders als Bitcoin wird Ethereum heute jedoch nicht mehr geschürft. Statt Mining setzt das Netzwerk inzwischen vollständig auf sogenanntes Staking.

Der Wechsel erfolgte im Jahr 2022 mit einem großen Update, das oft als „The Merge“ bezeichnet wird. Seitdem werden neue Coins nicht mehr durch Rechenleistung erzeugt, sondern durch das Bereitstellen von bereits vorhandenen Coins im Netzwerk.

Beim Staking hinterlegen Teilnehmer eine bestimmte Menge an Ethereum, um am Netzwerk teilzunehmen. Wer das tut, kann Transaktionen bestätigen und neue Blöcke vorschlagen. Als Belohnung gibt es zusätzliche Coins. Im Gegensatz zum Mining geht es hier also nicht um möglichst viel Rechenleistung, sondern darum, Coins zu halten und aktiv einzusetzen.

Für das direkte Staking werden in der Regel 32 ETH benötigt. Diese Menge ist für viele Nutzer zu hoch, weshalb es auch sogenannte Staking-Pools gibt. Dort schließen sich mehrere Teilnehmer zusammen und teilen sich die Belohnungen entsprechend ihres Anteils.

Das System verbraucht deutlich weniger Energie als klassisches Mining, da keine großen Rechenzentren mehr nötig sind. Gleichzeitig bleibt das Netzwerk dezentral, weil viele verschiedene Teilnehmer an der Validierung beteiligt sind.

Neue Ethereum entstehen also nicht durch das Lösen von Rechenaufgaben, sondern durch die Teilnahme am Netzwerk selbst.

Andere Coins, die durch Staking generiert werden, sind: Cardano, Solana, Polkadot, Avalanche, Tezos

Kryptowährungen ohne Mining oder Staking

Neben Mining und Staking gibt es auch Kryptowährungen, bei denen neue Coins nicht erst nach und nach entstehen, sondern von Anfang an vollständig erstellt wurden. Ein bekanntes Beispiel dafür ist XRP, herausgegeben von Ripple.

Bei solchen Systemen wird die gesamte Menge an Coins direkt zu Beginn festgelegt und erzeugt. Es gibt also keinen Prozess wie beim Mining, bei dem neue Coins durch Rechenleistung entstehen, und auch kein Staking, bei dem Teilnehmer durch das Halten von Coins zusätzliche Einheiten erhalten. Stattdessen existieren alle Coins bereits und werden anschließend schrittweise verteilt.

Die Verteilung erfolgt meist über Unternehmen, Stiftungen oder das Entwicklerteam hinter der jeweiligen Kryptowährung. Ein Teil der Coins wird direkt an Investoren verkauft, ein anderer Teil bleibt zunächst zurückgehalten und wird später in Umlauf gebracht. Dadurch wird gesteuert, wie viele Coins zu welchem Zeitpunkt verfügbar sind.

Für Nutzer bedeutet das, dass sie keine Möglichkeit haben, selbst neue Coins zu erzeugen. Sie können diese nur erwerben, tauschen oder nutzen. Der Zugang erfolgt also ausschließlich über den Markt und nicht über Teilnahme am Netzwerk.

Dieses Modell unterscheidet sich deutlich von Bitcoin oder Ethereum. Während dort neue Coins durch aktive Beteiligung entstehen, basiert die Ausgabe hier auf einer zentral geplanten Verteilung. Genau das ist auch der häufigste Kritikpunkt, da ein Teil der Kontrolle bei den ursprünglichen Herausgebern liegt.

Andere Coins, die einfach verteilt werden, sind: Stellar, EOS, NEO, IOTA

Finanzen / Krypto
26.03.2026 · 10:51 Uhr
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