9. Pleite in Folge: Sinner erteilt Zverev Final-Lehrstunde
Madrid (dpa) - Nach der brutalen Lehrstunde durch Dominator Jannik Sinner suchte Alexander Zverev erst gar keine Ausrede - er entschuldige sich gar für seinen teils desaströsen Auftritt. «Zuallererst: super sorry für das Finale, es war nicht mein bester Tag», sagte der deutsche Tennisstar bei der Siegerehrung und bekam aufmunternden Applaus von den Zuschauern im Manolo Santana Stadion. Der konnte Zverev nach der 1:6, 2:6-Demütigung beim Finale des Masters-1000-Turniers in Madrid und der neunten Niederlage in Folge gegen Sinner aber nur bedingt trösten, auch wenn er bei seiner Sektdusche für den Sieger schon wieder lächeln konnte.
Der Italiener sei «mit Abstand der beste Spieler aktuell», so Zverev. Sinner und dessen Team leisten herausragende Arbeit, sagte der 29-Jährige und scherzte: «Vielleicht macht ihr während der French Open eine Pause.» Beim Sandplatz-Klassiker in Paris in drei Wochen ist Sinner nach der verletzungsbedingten Absage von Titelverteidiger Carlos Alcaraz aus Spanien der unbestritten größte Favorit. In Madrid konnte der Weltranglistenerste einen weiteren Meilenstein seiner Karriere setzen.
Sinner (24) ist der erste männliche Tennisprofi, der fünf Masters-1000-Turniere in Folge gewinnen konnte. Auch bei den Events zuvor in Monte-Carlo, Miami, Indian Wells und Paris hatte der Südtiroler triumphiert. Die Masters sind die zweithöchste Kategorie im Tennis nach den vier Grand-Slam-Turnieren.
Klassenunterschied vor allem im ersten Satz
Zverev war im Finale von Madrid, wo er 2018 und 2021 gewonnen hatte, kein ebenbürtiger Gegner für Sinner. Er verlor gleich seine ersten beiden Aufschlagspiele und leistete sich teils eklatante Fehler. Als Zverev sein erstes Spiel zum 1:5 gewann, kam Applaus von den Zuschauern auf. Doch Sinner blieb davon unbeeindruckt, nach nur 25 Minuten sicherte er sich den ersten Satz.
Im zweiten Durchgang hielt Zverev nur anfangs etwas besser mit, ehe Sinner wieder komplett den Rhythmus bestimmte und das Endspiel endgültig zu einer einseitigen Angelegenheit machte. Nach nur 57 Minuten verwandelte der viermalige Grand-Slam-Turniergewinner seinen ersten Matchball zum nie gefährdeten Sieg über die deutsche Nummer eins.
«Es war kein Match, auf das wir alle gehofft hatten!», schrieb Tennis-Ikone Boris Becker bei X. «Zwei Welten treffen heute aufeinander», sagte der frühere Tennisprofi und Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen als Sky-Kommentator. Sinner richtete bei der Siegerehrung aufbauende Worte an Zverev: «Es war nicht dein bester Tag heute, aber ich wünsche dir nur das Beste für den Rest der Saison.» Zverev solle den Kopf oben behalten.
Was bedeutet die Niederlage für die French Open?
Zverev war erst der dritte männliche Tennisprofi nach den längst zurückgetretenen Tennis-Idolen Rafael Nadal (insgesamt 8) und Roger Federer (4), der zum vierten Mal in Madrid im Endspiel stand. Doch der Sieg blieb dem Weltranglistendritten in diesem Jahr auf schmerzhafte Weise verwehrt.


