Investmentweek

Iran-Schock würfelt Fonds-Rankings: Carmignac triumphiert, Guinness stürzt ab

03. Mai 2026, 16:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Iran-Schock würfelt Fonds-Rankings: Carmignac triumphiert, Guinness stürzt ab
Foto: InvestmentWeek
Iran-Blockade trifft Asien hart: Indien minus 11,8%, Asien ex Japan minus 11,4%. Gold-Fonds verlieren 19,3%, Rohstoffe gewinnen 9,0%.
Der Krieg im Nahen Osten zwingt 7.179 Fonds in die Neubewertung. Rohstoff-Wetten zahlen sich aus, Gold-Anleger verlieren 19 Prozent. Scope degradiert einstige Spitzenreiter und kürt überraschende Gewinner – die Hormus-Blockade offenbart, wer richtig positioniert war.

Die Rating-Agentur Scope hat ihre monatliche Bewertung von 7.179 Investmentfonds veröffentlicht. Im April verbesserten sich 399 Produkte, während 441 herabgestuft wurden. Nach fünfjähriger Marktpräsenz wurden 48 Portfolios erstmals bewertet, neun aktive Fonds aus diesem Kreis erhielten ein Top-Rating.

Doch diese nüchternen Zahlen verschleiern die Dramatik hinter den Kulissen. Prägend für den Monat war der Angriff der USA und Israels auf den Iran sowie die daraus folgende Blockade der Straße von Hormus. Dadurch gerieten zahlreiche Peergroups kräftig in Bewegung. Was jahrelang als stabile Outperformer galt, brach ein. Was als mittelmäßig abgestempelt wurde, schoss nach oben.

Der Iran-Krieg, der am 28. Februar begann, dominierte die Entwicklungen im März. Im Zuge des steilen Ölpreisanstiegs infolge der Blockade der Straße von Hormus erzielte die Peergroup Rohstoffe die höchsten Zuwächse des Monats: plus 9,0 Prozent. Diese Zahl klingt solide, verbirgt aber eine fundamentale Verschiebung der globalen Kapitalströme.

Anleger flohen aus asiatischen Aktien und Gold in Rohstoffe und Dollar-nahe Assets. US-Dollar-Geldmarktfonds legten um 2,9 Prozent zu, Anleihen mit kurzer Laufzeit ebenfalls. Das ist keine normale Marktvolatilität. Das ist Panik, die sich in Umschichtungen von hunderten Milliarden Dollar manifestiert.

Carmignac Investissement feiert spektakuläres Comeback nach neun Monaten Mittelmäßigkeit

Neun Monate lang trug der Carmignac Investissement ein mittleres C-Rating. Nun klettert der globale Aktienfonds wieder auf ein B-Rating – getragen von einer Jahresrendite, die alles andere als mittelmäßig ist. In den vergangenen zwölf Monaten legte der Fonds um 22,3 Prozent zu, während die Vergleichsgruppe im selben Zeitraum nur auf 7,3 Prozent kam.

22,3 Prozent versus 7,3 Prozent. Das ist keine statistische Abweichung, das ist Dominanz. Über fünf Jahre steht das Produkt nun ebenfalls besser da als die Konkurrenz: 6,5 Prozent pro Jahr gegenüber 5,9 Prozent. Kumuliert macht diese Differenz über fünf Jahre einen Unterschied von mehreren Prozentpunkten bei der Gesamtrendite.

Verantwortlich für die jüngste Erfolgsgeschichte ist Portfoliomanager Kristofer Barrett, der vor rund zwei Jahren das Ruder übernommen hat. Er sucht nach Unternehmen, die durch Innovation, technologische Stärke oder ein differenziertes Produktangebot langfristig Wert schaffen. Derzeit zählen dazu der Mikrochipproduzent TSMC und der Chipentwickler Nvidia – zusammen machen sie ein Sechstel des Fondsvermögens aus.

Ein Sechstel in zwei Positionen. Das ist konzentriertes Risiko, aber wenn man richtig liegt, zahlt es sich aus. Barrett hat auf den AI-Boom gesetzt und gewonnen. Die Frage ist, ob diese Konzentration nachhaltig ist oder ob der Fonds anfällig wird, sollte der Chip-Sektor korrigieren.

Ethna-Aktiv erreicht nach jahrelangem Ringen das Spitzenrating

Zwischen Mitte 2023 und Mitte 2024 schnupperte der Ethna-Aktiv mehrfach an einem A-Rating – doch es reichte nie ganz. Jetzt ist es so weit. Der weltweit anlegende Multi-Asset-Fonds, den Scope unter die konservativen Mischfonds einordnet, überzeugte mit einer klar überdurchschnittlichen Rendite: In den vergangenen fünf Jahren erzielte er 3,4 Prozent pro Jahr – fast dreimal so viel wie der Peergroup-Schnitt von 1,2 Prozent.

Fast dreimal so viel. In der Kategorie konservativer Mischfonds ist das eine Sensation. Diese Fonds sind designed für Stabilität, nicht für spektakuläre Renditen. Dass Ethna-Aktiv beides liefert – Stabilität und Performance – erklärt das A-Rating.

Das Managementteam bestimmt über eine Analyse der Finanzmärkte und makroökonomischer Entwicklungen, in welche Anlageklassen, Regionen und Sektoren investiert wird. Die Auswahl einzelner Anleihen und Aktien erfolgt anschließend über eine fundamentale Einzeltitelanalyse. Investiert wird in Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe.

Dieser Multi-Asset-Ansatz hat sich im volatilen Umfeld des Iran-Kriegs bewährt. Während reine Aktienfonds oder Anleihefonds in bestimmten Phasen litten, konnte Ethna-Aktiv flexibel umschichten und Verluste begrenzen.

Guinness Global Equity Income stürzt vom Spitzenreiter ins Mittelfeld

Lange glänzte der Guinness Global Equity Income mit einem Top-Rating. Doch nach zuletzt schwacher Leistung trägt der weltweit aktive Fonds mit Fokus auf Dividendentitel nun nur noch ein C-Rating. Die kurzfristige Performance ist desaströs: Auf Jahressicht verlor er 1,6 Prozent seines Werts, während die Vergleichsgruppe 8,0 Prozent zulegte.

Von A auf C. Das ist kein sanfter Abstieg, das ist ein Absturz. Minus 1,6 Prozent versus plus 8,0 Prozent bedeutet eine Underperformance von 9,6 Prozentpunkten. Für einen aktiv gemanagten Fonds, der höhere Gebühren rechtfertigen muss, ist das verheerend.

Auch über drei Jahre liegt die Rendite deutlich unter dem Peergroup-Schnitt. Über fünf und besonders über zehn Jahre steht der Fonds noch besser da als seine Mitbewerber. Doch die jüngste Renditeschwäche lässt sich laut Scope nicht mehr ignorieren – und macht auch die ohnehin schwachen Risikokennzahlen sichtbarer: Der maximale Verlust und die Schwankungsbreite fallen über alle Betrachtungszeiträume schlechter aus als beim Peergroup-Durchschnitt.

Das Problem liegt auf der Hand: Dividendentitel – klassischerweise Öl, Banken, Versorger – haben im aktuellen Umfeld Schwierigkeiten. Der Iran-Krieg hat zwar Ölpreise steigen lassen, doch die Unsicherheit belastete Dividendenwerte stärker als Wachstumsaktien. Guinness war falsch positioniert.

Fidelity-ETF überzeugt durch solide Risikokennzahlen trotz gemischter Rendite

Auch wenn der Fidelity Global Corp Bond Research Enhanced PAB ETF einem Index folgt, stuft Scope ihn als aktiv ein – weil die Fondsgesellschaft genügend Einfluss auf die Portfoliozusammensetzung nimmt. Mit einer fünfjährigen Historie zählt er zu den ältesten aktiven ETFs, die hierzulande erhältlich sind.

Das Produkt investiert in Unternehmensanleihen verlässlicher Schuldner und berücksichtigt dabei nur Emittenten, die mit den Pariser Klimazielen konform gehen. Das B-Rating beruht vor allem auf guten Risikokennzahlen, die in allen Betrachtungszeiträumen besser ausfallen als die der Vergleichsgruppe.

Die Renditezahlen sind gemischt: Über ein Jahr entwickelte sich der Fonds stärker als die Vergleichsgruppe, über drei und fünf Jahre schwächer. Für konservative Anleger, die Stabilität über maximale Rendite stellen, ist das akzeptabel.

Der Iran-Krieg offenbart brutale Gewinner und Verlierer

Auf der Verliererseite gab es teils zweistellige Einbrüche. Die Peergroup Aktien Gold und Edelmetalle verlor parallel zum Goldpreisrückgang knapp 19,3 Prozent – der größte Monatsverlust unter allen Vergleichsgruppen. Besonders hart traf es Regionen, die stark von Öllieferungen aus dem Nahen Osten abhängen: Indien minus 11,8 Prozent, Asien ex Japan minus 11,4 Prozent und Deutschland minus 9,8 Prozent.

Minus 19,3 Prozent bei Gold. Das widerspricht der klassischen Krisenlogik, nach der Gold als sicherer Hafen steigen sollte. Doch der Iran-Krieg ist anders. Die Dollar-Stärke und steigende Realzinsen durch Inflationsängste haben Gold belastet. Anleger flüchteten nicht in Edelmetalle, sondern in Dollar-Cash und kurzlaufende Staatsanleihen.

Der Einbruch bei asiatischen Aktien ist leichter zu erklären. Indien und andere asiatische Volkswirtschaften importieren massiv Öl aus dem Nahen Osten. Die Blockade der Straße von Hormus treibt nicht nur die Preise, sie bedroht die physische Versorgung. Das schlägt direkt auf Wachstumsprognosen durch.

Deutschland minus 9,8 Prozent überrascht auf den ersten Blick. Doch die deutsche Wirtschaft ist energieintensiv und hochgradig exportabhängig. Steigende Ölpreise belasten Produktion und Wettbewerbsfähigkeit. Zudem ist Deutschland über seine Automobilindustrie stark mit asiatischen Märkten verflochten.

Die Ratingverteilung zeigt eine Normalisierung

Von den derzeit 7.179 in Deutschland bewerteten Fonds tragen 741 ein A-Rating, 1.797 ein B-Rating, 2.165 ein C-Rating, 1.657 ein D-Rating und 819 ein E-Rating. Das entspricht einer annähernd normalverteilten Kurve mit Schwerpunkt im Mittelfeld.

10,3 Prozent A-Ratings klingen wenig, sind aber für Spitzenprodukte angemessen. Die große Masse konzentriert sich bei B und C – also solide bis mittelmäßig. 11,4 Prozent E-Ratings zeigen, dass es auch unter professionellem Management erhebliche Ausreißer nach unten gibt.

Für Anleger bedeutet das: Ratings sind dynamisch. Was heute A-rated ist, kann morgen C sein – siehe Guinness. Und umgekehrt kann ein Fonds wie Carmignac nach neun Monaten Mittelmäßigkeit wieder glänzen. Der Iran-Krieg hat diese Dynamik in komprimierter Form sichtbar gemacht.

Finanzen / Märkte / Investmentfonds / Iran-Krieg / Scope / Fonds-Ratings
[InvestmentWeek] · 03.05.2026 · 16:00 Uhr
[0 Kommentare]
stock trading, investing, stock market, forex, finance, money, crypto, bitcoin, shiba
Zum Ende der ersten Maiwoche notiert XRP bei $1,39. Während der breitere Markt neue Impulse erhält, bleibt der Kurs von XRP im Vergleich zum US-Dollar weitgehend stabil. Der jüngste Aufschwung von Bitcoin hat dazu beigetragen, dass der Ripple-Token nicht auf neue Tiefststände gegenüber dem US-Dollar fällt. Ohne diesen makroökonomischen Rückenwind […] (00)
vor 16 Minuten
US-Flagge (Archiv)
Berlin - Die Bundestagsfraktionen von Union und SPD haben US-Präsident Donald Trump für den angekündigten Abzug von US-Soldaten aus Deutschland scharf kritisiert. "Die transatlantischen Beziehungen stehen unter Stress", sagte Jürgen Hardt (CDU), außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, der "Welt" (Montagausgabe). Einer der Gründe sei die einseitige […] (00)
vor 11 Minuten
a&o Frühlings-Special für Twin- oder Familienzimmer ab 59€
Bei Groupon bekommt ihr das a&o Frühlings-Special für Twin- oder Familienzimmer ab 59€ Überprüft einfach vor dem Kauf, ob es noch Übernachtungen gibt. ( Gutschein-Test vor dem Kauf ) Details zum Angebot Produkt: a&o Hotelgutschein ab 59€ Gültigkeit: Gutschein einlösbar für Buchungen und Reisen bis zum 31.12.2028 ( Aktionsseite zum Einlösen ) […] (00)
vor 10 Minuten
Apple stellt Mac mini 256 GB Standardmodell ein
Der Apple Mac mini mit 256 GB Speicher wurde überraschend eingestellt. Zuvor hatte Apple das Modell im hauseigenen Onlineshop bereits kurzzeitig als derzeit nicht verfügbar gekennzeichnet. Stattdessen steht Käufern ab sofort die 512-GB-Variante für 799 US-Dollar als neues Einstiegsmodell zur […] (00)
vor 4 Stunden
Rockstar-Jobanzeige entfacht Hoffnung auf Remakes von GTA 4, Bully und Max Payne 3
Rockstar Games arbeitet weiter auf den großen Start von GTA 6 hin. Das Spiel erscheint am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S. Doch nun sorgt eine neue Stellenanzeige für Gesprächsstoff, weil sie nicht direkt nach Zukunft, sondern nach Vergangenheit klingt. In der Anzeige sucht Rockstar Australia einen „Senior Gameplay Programmer“ in […] (01)
vor 20 Stunden
TF1 startet Historienserie «L’été 36» im Mai
Die sechsteilige Eventproduktion erzählt von gesellschaftlichen Umbrüchen an der Côte d’Azur. TF1 setzt im Mai auf große Event-Fiction: Die neue Serie L’été 36 startet am Montag, 18. Mai 2026, zur Primetime um 21: 10 Uhr. Die sechsteilige Produktion entsteht in Zusammenarbeit mit Netflix und wird von Quad Drama produziert. Zum Ensemble gehören unter anderem Julie de Bona, Sofia Essaïdi, […] (00)
vor 3 Stunden
Radsport: UCI WorldTour - Tour de Romandie
Leysin (dpa) - Florian Lipowitz kommt seiner Tour-Form immer näher, nur Dominator Tadej Pogacar ist für den deutschen Radsport-Star noch eine Nummer zu groß. Der 25-Jährige beendete die anspruchsvolle Tour de Romandie wie auch die Schlussetappe auf Platz zwei hinter dem slowenischen Weltmeister. Auf der fünften und letzten Etappe attackierte Lipowitz […] (00)
vor 30 Minuten
Wenn der Hund ständig Hunger hat: So gelingt ein kontrolliertes Fütterungsverhalten
Mörfelden-Walldorf, 03.05.2026 (lifePR) - Manche Hunde scheinen ständig hungrig zu sein – sie betteln, suchen nach Futter oder beobachten jede Bewegung in Richtung Küche ganz genau. Besonders Rassen wie Labrador, Beagle oder Golden Retriever gelten als sehr verfressen. Was auf den ersten Blick harmlos wirkt, kann im Alltag jedoch schnell zu […] (00)
vor 9 Stunden
 
Der große Umbau: Wie Klimapolitik Kapitalströme neu ordnet
In seiner wöchentlichen Kolumne analysiert Michael C. Jakob die großen Kräfte hinter […] (00)
Die fragile Resilienz des Yens Im Bestreben, den Rückgang des Yens auf ein fast 40- […] (00)
Globalisierung annehmen Der jüngste Kurswechsel von Premierminister Narendra Modi […] (00)
Knesset billigt Einführung der Todesstrafe für Terroristen
Tel Aviv (dpa) - Der rechtsextreme israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat […] (01)
Phänomen »Ladepositas«- E-Autofahrer essen beim Laden häufig zum Zeitvertreib
Ladepausen sind naturgemäß länger als Tankstopps für Diesel und Benziner. Die […] (05)
Steam Machine: Release in Kürze? – Neue Daten deuten auf baldigen Start hin
Bei der Steam Machine könnte sich der Release tatsächlich nähern. Der XR-Analyst […] (01)
Jack Daniel’s Single Barrel Select Whiskey 0,7L für 29,99€
Vielleicht ein Deal für alle Whiskey-Trinker Bei Amazon gibt es den Jack Daniel’s […] (00)
Segelflieger
Salzhemmendorf (dpa) - Beim Absturz eines Segelflugzeugs im niedersächsischen […] (01)
 
 
Suchbegriff