Investmentweek

631 Milliarden Hoffnung – jetzt kommt der Aufschwung

22. Juli 2025, 15:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die Ankündigung von 631 Milliarden Euro für Investitionen weckt Hoffnungen, doch die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Wie viel Substanz steckt hinter den großen Zahlen?

Ein Kanzler im Kampagnenmodus

Friedrich Merz liebt die große Geste. In Burghausen schnitt Bayerns Ministerpräsident Söder das Band für eine neue Produktionslinie von Wacker Chemie durch – 300 Millionen Euro Investition, 150 neue Jobs. Wenig später, zurück in Berlin, ruft der Kanzler zum Investitionsgipfel.

61 Unternehmen, 631 Milliarden Euro, ein Leuchtturmprojekt soll das nächste jagen. Die Botschaft: Deutschland investiert wieder. Die Frage: Stimmt das – oder ist das vor allem eine Inszenierung?

Phase zwei der Merz-Strategie

Im Kanzleramt hat man ein klares Drehbuch: Erst Reformen im Inland, dann das Bekenntnis der Wirtschaft, anschließend die große Werbeoffensive fürs Ausland. Der Gipfel in Berlin soll das zweite Kapitel einläuten – mit Siemens, der Deutschen Bank, Rheinmetall, Mercedes und (angeblich) auch Volkswagen.

Auf dem Papier klingt das überzeugend. In der Praxis bleibt vieles vage. Selbst der BDI – wichtigster Industrieverband des Landes – wurde nicht eingebunden. Und einige der angekündigten Milliarden-Investitionen waren ohnehin längst geplant.

Wirtschaftsrealität: Weniger Leuchtturm, mehr Nebel

Während Merz von Zuversicht spricht, korrigieren Branchen ihre Erwartungen nach unten. Die Chemieindustrie warnte vergangene Woche vor einem verfrühten Optimismus, die Stahlbranche meldete die niedrigste Produktion seit 2009.

Die Hoffnung auf einen Aufschwung noch 2025? Frühestens 2026, sagen Ökonomen. Die Arbeitslosigkeit steigt, und selbst das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet nicht mit mehr als 0,3 % Wachstum für dieses Jahr.

Investitionen werden gebraucht – aber nicht als PR-Kulisse.

Die Chemieindustrie warnt: Ein echter Aufschwung ist frühestens 2026 zu erwarten. Die aktuellen Zahlen sprechen dagegen.

PR-Papier statt Programm

Ein interner Zwei-Seiter aus dem Kanzleramt soll belegen: Die Wende ist längst da. Man zählt durch: Wachstumsbooster verabschiedet, Körperschaftsteuer gesenkt, Sondervermögen angeschoben.

Doch viele Maßnahmen sind entweder nicht neu, nicht durchdacht oder nur halb wirksam. Die Stromsteuersenkung etwa – ursprünglich ein Kernversprechen – greift nicht flächendeckend. Die Wirtschaft merkt’s. Und schaut genau hin.

Made for Germany – oder Made for Schlagzeilen?

Was bleibt, ist ein gewaltiges Versprechen. 631 Milliarden Euro – das klingt nach Zukunft. Doch wie viel davon wirklich zusätzlich, wie viel nur umverpackt ist, bleibt unklar.

Auch der Begriff „Investition“ wird großzügig ausgelegt – von Forschungsausgaben über Standortmodernisierung bis zu vagen Absichtserklärungen internationaler Fonds. Dass BlackRock dabei ist, freut den Ex-Angestellten Merz, ändert aber wenig an der Skepsis vieler Mittelständler.

Ein Aufschwung lässt sich nicht herbeireden

Merz sieht den Umschwung bereits im Gange. Doch viele Wirtschaftslenker und Analysten bleiben vorsichtiger. Die Stimmung hat sich gebessert – das ifo-Geschäftsklima ist gestiegen –, doch die harte Realität am Arbeitsmarkt, in der Industrieproduktion und bei den Unternehmensaufträgen zeichnet ein anderes Bild.

Man könnte sagen: Der Kanzler verkauft Optimismus auf Pump. Der Preis: Vertrauen.

Einladung zur Debatte – ohne alle am Tisch

Dass zentrale Akteure wie der BDI beim Investitionsgipfel fehlten, wirft Fragen auf. Will Merz nur Zustimmung – oder echte Debatte? Denn viele Probleme des Standorts sind struktureller Natur: Fachkräftemangel, Energiepreise, Überregulierung. Daran ändert auch ein PR-Gipfel nichts.

Wenn Deutschland wirklich wieder investieren will, braucht es mehr als warme Worte und Kameras. Es braucht Planungssicherheit, weniger Bürokratie, belastbare Energiepreise – und einen echten Schulterschluss zwischen Regierung und Wirtschaft. Derzeit sieht es eher nach Soloshow aus.

Finanzen / Wirtschaft / Investitionen / Aufschwung / Unternehmensstrategien
[InvestmentWeek] · 22.07.2025 · 15:00 Uhr
[1 Kommentar]
Fleisch und Wurst im Supermarkt (Archiv)
München - Uli Hoeneß kümmert sich nach eigener Darstellung regelmäßig persönlich darum, dass Würstchen aus seiner Wurstfabrik in Supermärkten richtig einsortiert sind. "Ich gehe dreimal in der Woche ein sogenanntes Store-Check machen", sagte Hoeneß dem "Spiegel". Dabei schaue er nach, ob bei den großen Ketten, die inzwischen "vier, fünf Artikel" der von […] (00)
vor 5 Minuten
Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden.
(BANG) - Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden. Das frühere Glamour-Model feierte seinen 48. Geburtstag am Freitag (22. Mai) allein und veröffentlichte in den sozialen Medien ein bewegendes Video mit Fotos von sich und Lee, der seit vergangener Woche nicht mehr gesehen wurde, als er […] (00)
vor 3 Stunden
Apple dominiert Smartphone-Weltmarkt im ersten Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 hat Apple mit dem iPhone die Führung auf dem weltweiten Smartphone-Markt übernommen. Dies berichtet das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research. Das Unternehmen zeichnete für 21 Prozent aller Auslieferungen verantwortlich und verbuchte im Vergleich zum Vorjahr ein […] (00)
vor 48 Minuten
Microsoft schiebt EA den schwarzen Peter zu: Xbox Game Pass Family Plan endgültig gestorben?
Kaum eine Funktion haben Xbox-Spieler so vehement gefordert wie einen Familien-Tarif für den Game Pass. Über das hauseigene Feedback-System „Player Voice“ landete das Familienabonnement unter den Top 5 der meistgewünschten Features. Doch nach Monaten des Testens in Irland und Kolumbien ist klar: Der Traum vom günstigen Mehrspieler-Abo ist geplatzt. Und […] (00)
vor 4 Stunden
Lifetime setzt neuen True-Crime-Thriller mit Tia Mowry an
Mit «Single Black Tenant» kehrt Tia Mowry Ende Juni für eine weitere Produktion zum US-Sender Lifetime zurück. Der amerikanische Fernsehsender Lifetime baut seine Reihe „Ripped from the Headlines“ weiter aus und setzt dabei erneut auf Tia Mowry. Die Schauspielerin übernimmt in dem neuen Thriller Single Black Tenant nicht nur die Hauptrolle, sondern fungiert auch als ausführende Produzentin. […] (00)
vor 1 Stunde
Uli Hoeneß
München (dpa) - Uli Hoeneß hat die Kommunikation um die Nominierung des deutschen WM-Torwarts durch Bundestrainer Julian Nagelsmann bemängelt. «Das war nicht in Ordnung, nicht fair», sagte der 74 Jahre alte Ehrenpräsident des FC Bayern München im «Spiegel»-Spitzengespräch. Es sei ein Fehler gewesen, bereits im Frühjahr die Entscheidung zu verkünden, […] (00)
vor 1 Stunde
Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen
Mörfelden-Walldorf, 23.05.2026 (lifePR) - Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen Jeder Modellbauer kennt das Problem: fettige Fingerabdrücke, Staub oder Schweiß auf empfindlichen Bauteilen. Gerade beim Kleben oder Lackieren ist eine absolut saubere Oberfläche entscheidend, damit die Arbeit gelingt und das Modell ein perfektes Finish […] (00)
vor 6 Stunden
 
JPMorgan senkt Bewertung für Evonik Die US-Bank JPMorgan hat die Bewertung der […] (00)
Ein positiver Wandel in der Kreditperspektive Moody’s Ratings hat kürzlich die […] (00)
Leichte Kursgewinne in Europa Am Freitag konnten die europäischen Aktienmärkte […] (00)
Alexander Dobrindt am 21.05.2026
Berlin - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat größere Anstrengungen […] (07)
Erster Trailer zu F1 26 zeigt neue Inhalte für F1 25
Mit dem ersten offiziellen Trailer zu F1 26 haben EA Sports und Codemasters […] (00)
ZDF zeigt besondere Liebessuche im Doppelpack
«37°Leben» begleitet Zwillinge bei der Partnersuche – zwischen enger Bindung und dem Wunsch […] (00)
Rheinmetall unter der Lupe Das renommierte Analysehaus Jefferies hat in einer […] (00)
iPhone-Lieferungen in Lateinamerika steigen im ersten Quartal um 31 Prozent
Die iPhone-Lieferungen sind im ersten Quartal 2026 in Lateinamerika im Vergleich zum […] (00)
 
 
Suchbegriff