Zwischen Drohnen und Raketen: Moskaus Einsatz der Oreschnik-Rakete in der Ukraine
Russland hat nach eigenen Angaben mit dem Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik in der Westukraine erneut seine militärische Schlagkraft demonstriert. Dies gab das russische Verteidigungsministerium bekannt und betonte die Präzision und Reichweite dieser modernen Waffe. Der Angriff sei eine Reaktion auf einen scheinbaren Vorfall, der sich kurz vor dem Jahreswechsel ereignete: den angeblichen Angriff auf die Residenz von Kremlchef Wladimir Putin. Trotz Russlands Darstellung und Rückendeckung durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zweifeln internationale Experten die russischen Angaben an, während die Ukraine die Vorwürfe vehement zurückweist.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat unterdessen die internationale Gemeinschaft aufgefordert, entschlossen auf den jüngsten Angriff zu reagieren. Seinen Angaben zufolge setzte Russland neben der Oreschnik-Rakete auch Drohnen und Marschflugkörper gegen zivile Infrastruktur und Wohnhäuser ein. Selenskyj appellierte insbesondere an die USA, eine deutliche Reaktion zu zeigen, um Moskau Einhalt zu gebieten.
Dies ist bereits der zweite dokumentierte Einsatz der Oreschnik-Rakete, die durch ihre Geschwindigkeit und Reichweite als ernsthafte Bedrohung für Europa gilt. Während bei ihrem ersten Einsatz noch ohne Sprengkopf getestet wurde, trug sie nun konventionelle Sprengköpfe. Laut russischen Militärs wurde damit die Drohnenproduktion und kritische Energieinfrastruktur der Ukraine gezielt getroffen. Der Einsatz sorgte auch für kritische Kommentare von Dmitri Medwedew, der in gewohnt provokanter Weise die Maßnahmen Moskaus rechtfertigte.
Die anhaltenden Angriffe auf die Energieversorgung der Ukraine belasten das kriegsgebeutelte Land zusätzlich, wodurch die Zivilbevölkerung oft ohne Strom und Heizung auskommen muss. Der aktuelle Kälteeinbruch verschärft die ohnehin prekäre Lage und macht internationale Unterstützung umso dringlicher.

