Zurück zur Kohle: Deutschlands Stromproduktion im Wandel
Der Energiemix in Deutschland zeigt deutliche Verschiebungen: In der ersten Jahreshälfte nimmt der Anteil der Kohle in der Stromproduktion mit 22,7 Prozent wieder zu, wie das Statistische Bundesamt bekannt gibt. Dies ist ein Anstieg gegenüber 20,9 Prozent im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch der Anteil des Erdgases verzeichnete einen Anstieg um 1,7 Punkte und liegt nun bei 16,2 Prozent.
Mit einem Anstieg um 3,8 Punkte erreicht der Anteil konventioneller Energieträger insgesamt 42,2 Prozent. Gleichzeitig wurde die Stromproduktion um 10,1 Prozent auf beeindruckende 93,2 Milliarden Kilowattstunden gesteigert. Währenddessen mussten die erneuerbaren Energien einen Rückgang ihres Anteils auf 57,8 Prozent hinnehmen, obwohl ihre Rolle gemäß der nationalen Zielsetzungen bis 2030 auf 80 Prozent anwachsen soll.
Die Wurzeln dieses Rückgangs liegen vor allem in den schwächeren Windverhältnissen, die zu einem Einbruch der Windkraftproduktion um 18,1 Prozent auf 60,2 Milliarden Kilowattstunden führten. Trotz des Einbruchs bleibt die Windkraft mit 27,2 Prozent der bedeutendste Energieträger, gefolgt von der Kohle. Positiv entwickelte sich hingegen die Photovoltaik, die um 27,9 Prozent zugelegt und nun 17,8 Prozent der Stromerzeugung ausmacht.
Insgesamt wurden in Deutschland 220,9 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, was einem leichten Wachstum von 0,3 Prozent entspricht. Mit zusätzlichen 8,3 Milliarden Kilowattstunden, die mehr importiert als exportiert wurden, stieg die Nachfrage insgesamt um 0,4 Prozent auf 229,2 Milliarden Kilowattstunden.

