Zurück zu den Wurzeln: Papiercoupons erleben ein Comeback bei Kroger
Der amerikanische Lebensmittelriese Kroger hat durch die Wiedereinführung von Papiercoupons einen positiven Effekt auf seine Verkaufszahlen feststellen können. Laut dem vorübergehenden CEO Ronald Sargent erlangt der Einzelhändler damit auch das Interesse einer Kundengruppe zurück, die sich eher traditionell und weniger technikaffin zeigt. Besonders ältere Kunden und solche mit kleinerem Geldbeutel fühlen sich durch physische Coupons angesprochen, da sie dieselben Vergünstigungen erhalten möchten wie diejenigen, die digitale Angebote nutzen.
Die steigende Nutzung von Coupons, sei es auf Papier oder digital, ist kein isoliertes Phänomen bei Kroger. Nach Untersuchungen von CapitalOne nimmt der Coupon-Einsatz seit den frühen 2020er Jahren generell zu. Obwohl der Trend zu elektronischen Gutscheinen geht, gelangen Papiercoupons nach wie vor durch die Post oder Zeitungsbeilagen in zahlreiche Haushalte. Markenartikelhersteller und Konsumenten bewegen sich jedoch zunehmend in Richtung digitaler Angebote, wie das Wall Street Journal berichtet.
Während Kroger im letzten Quartal stabile Umsätze von 33,9 Milliarden US-Dollar erzielte, verändert das aktuelle wirtschaftliche Umfeld das Einkaufsverhalten der Kunden. Wohlhabendere Haushalte neigen zum Kauf von Premiumprodukten in größeren Verpackungen, während Kunden mit geringerem Einkommen häufiger kleine Einkäufe tätigen und verstärkt auf Eigenmarken und Rabattaktionen zurückgreifen. Dabei wird generell weniger für Snacks und alkoholische Getränke ausgegeben, so Sargent.
Die Aktien des Unternehmens, das den Plan einer Fusion mit Albertsons nach einem Gerichtsurteil fallen lassen musste, haben seit Ende 2024 an Wert gewonnen. Der Wechsel in der Unternehmensführung, verursacht durch den Rücktritt des vorherigen CEO Rodney McMullen, hat das Interesse an Kroger-Aktien nicht wesentlich beeinflusst. Der Aktienkurs ist in diesem Jahr um etwa 11% gestiegen.

