Zukunftsfragen in Erfurt: Zalando unter Druck - Betriebsrat fordert Alternativen zur Standortschließung

Der Betriebsrat des Erfurter Logistikzentrums von Zalando hat energisch an den Vorstand appelliert, mögliche Alternativen zur geplanten Schließung des Standorts zu prüfen. Betriebsratsvorsitzender Tony Krause kritisierte, dass bislang keine Gespräche darüber geführt wurden. Während einer Betriebsversammlung versicherte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, den Beschäftigten die Unterstützung der Landesregierung zukommen zu lassen, und bezeichnete die Entscheidung des Unternehmens als unverantwortlich.
Die berufliche Zukunft von 2.700 Zalando-Mitarbeitern steht auf dem Spiel, während der Betriebsrat mit rechtlichen Schritten reagiert, um seine Beteiligungsrechte sicherzustellen. Bereits eine Messehalle in Erfurt wurde für die Versammlung angemietet, um der großen Zahl der Betroffenen gerecht zu werden. Auch 300 weitere Arbeitsplätze bei regionalen Dienstleistern könnten betroffen sein.
Die Kritik am Unternehmen reißt nicht ab: Sicherheitsvorkehrungen bei Versammlungen und eine mangelnde Kommunikation mit dem Vorstand seit der Bekanntgabe der Schließungspläne im Januar stehen im Fokus der Vorwürfe. Der Vorstand rechtfertigte die Sicherheitsmaßnahmen mit seiner Fürsorgepflicht, doch der Betriebsrat empfindet diese als überzogen.
Unterdessen betont die Landesregierung ihre Bereitschaft, neue berufliche Perspektiven für die Mitarbeiter zu schaffen. Wirtschaftsministerin Colette Boos-John und Arbeitsministerin Katharina Schenk kritisierten das Versäumnis des Unternehmens, kontinuierlich in den Standort zu investieren, und forderten, dass Zalando seiner Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber gerecht werden müsse.

