Bitcoin-ETF-Ära erweitert sich: Morgan Stanley startet an der NYSE

Die Finanzberatungsbranche an der Wall Street hat nun einen direkten Zugang zu Bitcoin. Morgan Stanley Investment Management hat seinen Spot-Bitcoin-ETF an der NYSE Arca eingeführt. Unterstützt wird dieser durch ein Netzwerk von rund 16.000 Finanzberatern, die Kunden über ihre Standard-Brokerage-Konten in das Produkt investieren können.
Erster bankengebundener Vermögensverwalter überschreitet die Grenze
Der Fonds, der unter dem Ticker MSBT gehandelt wird, verfolgt den täglichen Bitcoin-Preis mithilfe des CoinDesk Bitcoin Benchmark 4 PM NY Settlement Rate. Dieses Preiswerkzeug zieht ausgeführte Handelsdaten von großen Bitcoin-Spotbörsen heran, um eine standardisierte Abrechnungszahl zu generieren.
Während BlackRock und Fidelity bereits Bitcoin-ETFs anbieten, ist keiner von ihnen mit einer traditionellen US-Bank verbunden. Der Eintritt von Morgan Stanley schließt diese Lücke und markiert das erste Mal, dass ein bankengebundener Vermögensverwalter ein derartiges Kryptowährungsprodukt auf den Markt bringt.
Eric Balchunas von Bloomberg bezeichnete dies als dramatische Veränderung für die Branche. Noch vor wenigen Jahren wäre ein solcher Schritt von Morgan Stanley undenkbar gewesen.
Gebühren unterhalb der Konkurrenz angesetzt
Morgan Stanley hat MSBT mit einer Sponsor-Gebühr von 0,14 % bepreist, was knapp unter den 0,15 % liegt, die Grayscale Investments für ein vergleichbares Produkt verlangt. Auch wenn der Unterschied auf dem Papier gering erscheint, kann in einem Markt, in dem Kostenvergleiche die Entscheidungen der Anleger beeinflussen, bereits ein Basispunkt den Ausschlag geben. Das Unternehmen gibt an, dass MSBT das derzeit kostengünstigste Bitcoin-ETP unter vergleichbaren Angeboten ist.
BNY und Coinbase wurden mit der Verwahrung der digitalen Vermögenswerte des Fonds beauftragt. BNY übernimmt zudem die Rolle des Administrators und Transferagenten und kümmert sich um Buchhaltung, Aufzeichnungen und Cash-Management. Die Kombination aus einem etablierten Bankriesen und einer großen Krypto-Börse signalisiert einen bewussten Versuch, von Anfang an institutionellen Standards gerecht zu werden.
Start erfolgt trotz neuer Abflüsse bei Bitcoin-Fonds
Der Zeitpunkt ist nicht ohne Reibungen. Bitcoin-ETF-Produkte verzeichneten ihre erste Woche mit Nettoabflüssen kurz bevor MSBT live ging, wobei fast $160 Millionen aus diesen Fonds abgezogen wurden. Fidelity und Grayscale sahen jeweils Abhebungen von fast $48 Millionen und $42 Millionen.
Trotz des Gegenwinds setzt Morgan Stanley seinen Kurs fort. MSBT reiht sich in eine ETF-Plattform ein, die das Unternehmen 2023 gestartet hat und die mittlerweile über $12 Milliarden in 19 Produkten verwaltet. Die Aufnahme eines Bitcoin-Fonds erweitert dieses Angebot erstmals über traditionelle Anlageklassen hinaus. Ob Privatanleger — angeleitet von den Tausenden von Finanzberatern — dem folgen werden, bleibt die offene Frage.

