Anstieg der Firmenpleiten im ersten Quartal: Höchster Stand seit über 20 Jahren

Höchste Insolvenzzahlen seit zwei Jahrzehnten
Im ersten Quartal 2023 stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland auf den höchsten Stand seit über 20 Jahren. Laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres insgesamt 4.573 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert. Diese Zahl übertrifft sogar die Werte der Finanzkrise 2009 und ist der höchste Wert seit dem dritten Quartal 2005, als 4.771 Insolvenzen gemeldet wurden.
Überraschender Anstieg im März
Besonders alarmierend ist der Anstieg im März, der mit 71 Prozent über dem Durchschnitt der Monate März von 2016 bis 2019 liegt, also vor der Coronapandemie. Die höchsten Insolvenzzahlen wurden dabei insbesondere im Baugewerbe und im Handel festgestellt. Regionale Hotspots sind Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, wo die Pleiten besonders stark zugenommen haben.
Fokus auf größere Unternehmen
Das IWH konzentriert sich in seiner Analyse auf Insolvenzen größerer Personen- und Kapitalgesellschaften und schließt dabei kleinere, wirtschaftlich weniger relevante Unternehmen aus. Dennoch ist es bemerkenswert, dass im März 2023 weniger Beschäftigte von Insolvenzen betroffen waren als in den Monaten zuvor, was darauf hindeutet, dass der Anstieg vor allem durch kleinere Unternehmen verursacht wurde.
Ausblick auf die kommenden Quartale
Die Prognosen für die kommenden Monate sind ebenfalls wenig erfreulich. Der Leiter der Insolvenzforschung, Steffen Müller, äußerte sich pessimistisch über die Frühindikatoren und betonte, dass die hohen Insolvenzzahlen aus dem März möglicherweise keine Ausnahme bleiben. Unternehmen und Investoren sollten sich auf eine anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage einstellen, die durch hohe Insolvenzzahlen geprägt ist.
Höchste Insolvenzen seit 2005
Bereits im vergangenen Jahr stellte das IWH die höchsten Insolvenzzahlen seit 2005 fest, was die anhaltenden Herausforderungen für die Unternehmenslandschaft in Deutschland unterstreicht. Diese Entwicklung könnte weitreichende Auswirkungen auf den Kapitalmarkt und das Investitionsklima in Deutschland haben, da steigende Insolvenzen das Vertrauen der Anleger beeinträchtigen und die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Branchen gefährden könnten.

