Zukunft des Sozialstaats: Regierung nimmt Kurs auf Reformen
Mit einem ambitionierten Vorstoß hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Weichen für einen zukunftssicheren Sozialstaat gestellt. Eine neu ins Leben gerufene Sozialstaatskommission arbeitete in Berlin erstmals daran, bis Jahresende Reformvorschläge zu erarbeiten, die das Bürgergeld, Wohngeld und den Kinderzuschlag betreffen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille betonte die Notwendigkeit, den Sozialstaat nachhaltig finanzieren zu können. Die Regierung plant, mit weitreichenden Entscheidungen im Bereich Sozialpolitik und Rente signifikante Fortschritte zu erzielen.
Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linkspartei, äußerte Kritik an der schwarz-roten Koalition und vermutete Verschärfungen zum Nachteil der Bedürftigen. Besonders stieß ihr die Unterstützung durch SPD-Chef Lars Klingbeil auf, der eine Nullrunde beim Bürgergeld sowie strengere Maßnahmen befürwortet. Klingbeil verteidigte dies im ARD-'Bericht aus Berlin', wo er die Maßnahmen als notwendig erachtete, um das Gerechtigkeitsempfinden zu wahren und die Anstrengungsbereitschaft zu fördern.
Reichinnek fordert hingegen eine Erhöhung der Bürgergeld-Regelsätze und sieht den Kern des Problems im schwächelnden Arbeitsmarkt. Sie pocht auf eine Konjunkturbelebung, die die bisherigen Pläne der Koalition übersteigt.
Parallel dazu plant die Regierung die Einführung der sogenannten 'Aktivrente'. Der Reformprozess startete bereits vor dem Sommer und sieht vor, dass Rentner bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen können. Merz setzt auf eine baldige Umsetzung, die gegebenenfalls bereits zum Jahreswechsel erfolgen könnte. Regierungssprecher Hille unterstreicht die Balance zwischen Sicherheit und einem starken Sozialstaat als essenziell für Deutschland.

