Zollstreit und Konjunkturschwäche hinterlassen Spuren bei Dax-Konzernen
Die wirtschaftlichen Herausforderungen der ersten Jahreshälfte 2025 sind an den Dax-Unternehmen nicht spurlos vorbeigegangen. Trotz der schwierigen Lage konnten die meisten der 40 führenden Unternehmen Deutschlands ihren Umsatz und Gewinn im Frühjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Doch die angespannte politische Weltlage und wirtschaftliche Unsicherheiten haben deutliche Spuren in den Zwischenbilanzen des zweiten Quartals hinterlassen, wie eine Analyse von EY zeigt.
Besonders bemerkbar machte sich der Handelskonflikt mit den USA, der durch gestiegene Einfuhrzölle zu erwarten ist, und die schwächelnde Nachfrage in China. Im Mai und Juni 2025 sank der kumulierte Umsatz der Dax-Konzerne auf etwa 434,6 Milliarden Euro – ein Rückgang um rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen waren die Geschäfte in den USA und China, wo Unternehmen wie RWE und die Automobilhersteller Porsche, Mercedes-Benz und BMW erhebliche Umsatzverluste verzeichneten. Im Gegensatz dazu konnten 20 Firmen, darunter vor allem MTU Aero Engines mit einem Umsatzplus von 20 Prozent, ihre Erlöse steigern.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) der Dax-Unternehmen sank um 3,3 Prozent auf rund 46,9 Milliarden Euro. Dennoch handelt es sich dabei um den dritthöchsten jemals erzielten Wert im zweiten Quartal. Während die Gewinne der Automobilhersteller zweistellig prozentual zurückgingen, konnten 24 Unternehmen ihre Ergebnisse steigern. An vorderster Front steht Siemens Energy mit einem beeindruckenden Gewinnzuwachs von 1.553 Prozent. Den höchsten operativen Gewinn erzielte die Deutsche Telekom mit 6,6 Milliarden Euro, vor allem dank des erfolgreichen Geschäfts in den USA.
Innerhalb der Automobilindustrie gibt es jedoch Bedenken hinsichtlich der künftigen Entwicklung. Neben den Konkurrenzproblemen durch chinesische Elektroautos befürchtet Marktanalyst Jan Brorhilker von EY Kapazitätskürzungen, Werkschließungen und einen signifikanten Stellenabbau in der Branche.
Zum Stichtag am 30. Juni 2025 beschäftigten die 34 in der EY-Analyse berücksichtigten Dax-Konzerne insgesamt 3,49 Millionen Mitarbeiter. Das Personal wurde im Vergleich zum Vorjahr um gut 30.000 Stellen reduziert. 14 Unternehmen verzeichneten einen Personalabbau, während 20 Firmen mehr Mitarbeiter beschäftigten als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

