Zollstreit mit den USA: Ströer dämpft Prognosen für 2025
Der Werbevermarkter Ströer sieht sich durch den anhaltenden Zollstreit mit den USA gezwungen, seine Prognosen für das laufende Jahr zu revidieren. Eine Anpassung der Geschäftsziele wurde am Donnerstagabend in Köln bekanntgegeben: Umsatz und bereinigtes Ebitda dürften 2025 lediglich das Niveau von 2024 erreichen.
Diese Ankündigung stieß am Börsenmarkt auf wenig Begeisterung, was die Aktie am Freitag um 1,3 Prozent auf 38,60 Euro fallen ließ – einer der stärksten Rückgänge im MDax. Udo Müller und Christian Schmalzl, Führungskräfte bei Ströer, hatten ursprünglich ein Umsatzwachstum für 2025 in ähnlicher Größenordnung wie im vergangenen Jahr angestrebt, als der Umsatz um 6,4 Prozent anstieg.
Auch der operative Gewinn sollte stärker zulegen. Jedoch waren diese Vorhaben an eine zeitnahe Lösung im Zollstreit geknüpft. Derzeitige Unsicherheiten sowie deren Einflüsse auf den Werbemarkt veranlassen die Führungsspitze nun zu einer weniger optimistischen Prognose.
Im Jahr 2024 erzielte Ströer einen Umsatz von gut 2 Milliarden Euro und einen bereinigten operativen Gewinn von 626 Millionen Euro. Trotz des aktuellen Gegenwinds bleibt der Vorstand zuversichtlich und erwartet, dass Ströer kontinuierlich Marktanteile im deutschen Werbemarkt gewinnen wird. Langfristig setzt das Unternehmen auf nachhaltiges, profitables Wachstum, vorangetrieben durch die Digitalisierung der Außenwerbung.
Branchenexperte Marcus Diebel von JPMorgan teilt diese Zuversicht und sieht in Ströers Geschäft langfristiges Potenzial. Zwar prognostiziert Diebel einen Rückgang der Analystenerwartungen für das bereinigte operative Ergebnis um fünf Prozent, doch bleibt er mit seiner "Overweight"-Empfehlung optimistisch und sieht den Kurs weiterhin auf dem Weg zu 56 Euro.

