Zollsorgen belasten den deutschen Aktienmarkt erneut: DAX stolpert
Die jüngsten Zolldrohungen aus den USA haben den deutschen Aktienmarkt erneut ins Straucheln gebracht. Nachdem der DAX zu Beginn der Woche bereits unter die wichtige Marke von 25.000 Punkten gefallen war, setzte sich die Abwärtsbewegung auch am Dienstag fort. Der Index fiel erstmals seit Dezember unter die 21-Tage-Durchschnittslinie, die als Indikator für kurzfristige Markttrends gilt. In der Spitze verlor der Leitindex 1,8 Prozent und erreichte ein Tagestief von 24.507 Punkten. Im Verlauf des Nachmittags verringerte sich der Rückgang jedoch und der DAX schloss mit 24.632 Punkten, was einem Minus von 1,3 Prozent entsprach.
Auch der MDAX der mittelgroßen Werte zeigte sich angeschlagen und fiel um 1,9 Prozent auf 30.788 Punkte, während der EuroStoxx 50 ebenfalls um gut ein Prozent zurückging. Die Spannungen wurden durch Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump angeheizt, der aufgrund eines Streits um den Kauf Grönlands ab Februar Strafzölle in Aussicht stellte, die bis Juni weiter steigen könnten. Die Auswirkungen der Drohungen waren in den USA selbst noch nicht spürbar, da dort der Wochenbeginn auf einen Feiertag fiel, doch die Erwartungen deuten auf einen schwächeren Start des S&P 500 hin. Beata Manthey von der Citigroup äußerte sich besorgt über die Auswirkungen auf die europäischen Märkte und stufte ihre bisherigen positiven Einschätzungen herab.
Besonders skeptisch zeigte sie sich gegenüber der Entwicklung der Auto- und Chemiebranche. Im Gegensatz dazu zeigte sich Marina Zavolock von Morgan Stanley etwas optimistischer. Sie argumentierte, dass die Zölle letztlich Europas Bestrebungen nach mehr Eigenständigkeit fördern könnten. Insbesondere Automobil- und Technologiewerte hatten zu Wochenbeginn gelitten. Doch mutige Anleger nutzten am Dienstag die Gelegenheit, um bei BMW und Renault wieder einzusteigen. Auch Mercedes und VW konnten sich stabilisieren. Siemens Energy hingegen sah nach einem Rekordhoch am Freitag einen Gewinnmitnahme-Effekt. FMC und Carl Zeiss Meditec gerieten durch negative Analystenkommentare unter Druck. Traton weitete seine Korrekturen aus, und Hypoport musste im SDAX erhebliche Verluste hinnehmen.
Im Gegensatz dazu profitierte Salzgitter von einer positiven Einschätzung durch Oddo BHF und erreichte ein neues Hoch seit 2018.

