Zölle, Zahlen und Zwickel: Apples Navigationskurs durch das Trump-Dickicht
Apples Finanzchef Tim Cook sieht sich mit kniffligen Herausforderungen konfrontiert, da US-Präsident Donald Trumps Importzölle dem Technologieriesen allein im aktuellen Quartal zusätzliche Kosten in Höhe von 900 Millionen Dollar bescheren. Obwohl Cook die langfristigen Auswirkungen nicht prognostizieren wollte, führt das Unternehmen strategische Änderungen ein, indem es die Lieferketten diversifiziert und nun verstärkt auf Produktionsstandorte in Indien und Vietnam setzt.
Indien hat sich als zentraler Punkt in Apples Lieferstrategie herauskristallisiert. Derzeit stammen bereits rund 50 Prozent der in den USA verkauften iPhones aus diesem Land. In Kürze könnte der Großteil der Apple-Uhren, iPads und Mac-Computer ihren Weg aus Vietnam in die USA finden. Der Hauptanteil der Produktion erfolgt jedoch weiterhin in chinesischen Fabriken. Daraus resultiert, dass Trumps Zollankündigungen für Apple besonders folgenreich sind. Anfang April verschärfte der Präsident die Zollsätze erneut, doch Smartphones und Laptops sind bis auf Weiteres von diesen Änderungen ausgenommen.
Ob dies zu Preisanpassungen führen wird, ließ Tim Cook offen, deutete jedoch an, dass das Unternehmen seine Lieferkette kontinuierlich zu optimieren gedenkt. Analysten spekulierten, dass amerikanische Konsumenten eine iPhone-Kaufwelle ausgelöst haben könnten; Cook jedoch widersprach dieser Vermutung. Dies spiegelt sich auch in den jüngsten Umsatzzahlen wider: Die Erlöse bei iPhones stiegen wider Erwarten auf 46,84 Milliarden Dollar.
Der Gesamtkonzernumsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 95,4 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. In der Servicesparte, die unter anderem durch App-Verkäufe erwirtschaftet wird, konnte Apple die hochgesteckten Analystenziele jedoch nicht vollständig erreichen, was die Aktie nachbörslich um 3,8 Prozent sinken ließ.
In China blieb das Geschäft herausfordernd, doch die Verluste fielen geringer aus als zuvor, nicht zuletzt dank wirtschaftlicher Stimuli der Regierung. Trotz der anhaltenden Handelsspannungen konnte Apple den Umsatzrückgang im Reich der Mitte auf zwei Prozent begrenzen.

