Zitterpartie um Zölle: Der transatlantische Balanceakt
Der Zolldisput zwischen der EU und den USA befindet sich in einer entscheidenden Phase. US-Präsident Donald Trump plant, in der kommenden Woche etwa zwölf Schreiben zu versenden, die im Kontext der Handelszölle stehen. Ob dabei auch europäische Länder adressiert werden, bleibt derzeit offen. Am Montag will Trump weitere Details preisgeben.
Die Situation ist angespannt, denn ab dem 9. Juli stehen mögliche zusätzliche Zölle auf Importe aus der EU im Raum, sollten die Europäer in den Handelsverhandlungen nicht mit den USA einlenken. Trump hatte den Europäern rund drei Monate Zeit für Verhandlungen eingeräumt, doch noch ist unklar, ob eine Einigung möglich ist.
Vor diesem Hintergrund fanden zuletzt erneute Gespräche zwischen den USA und der EU statt. Trumps Ziel ist es, durch seine Zollstrategie vermeintliche Handelsungleichgewichte zu korrigieren und zugleich die Produktion in den USA anzukurbeln. Ein potenzielles Abkommen könnte den bereits eingeführten Basiszoll der USA belassen, während spezifische Regelungen für einzelne Sektoren wie die Autoindustrie sowie die Pharma-, Chemie-, Stahl- und Aluminiumindustrie erforderlich wären. Besonders hohe Extrazölle auf Autos, Autoteile, Stahl und Aluminium heizen den Streit weiter an.
EU-weit überwiegt die Sorge, dass ein Handelskonflikt gravierendere Folgen haben könnte als etwas höhere Zölle. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat mehrfach auf die Notwendigkeit einer raschen Einigung hingewiesen, um den Zollstreit schnell beizulegen, ohne auf ein umfassenden Handelsabkommen zu warten. Konträr dazu steht Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, der betont, dass Sorgfalt vor Eile gehe und warnt, Deals nicht überhastet abzuschließen.

