Zinsstabilität in der Eurozone: Kocher sieht wenig Spielraum für Senkungen
Der Chef der Österreichischen Nationalbank, Martin Kocher, hat in einem Interview die aktuelle Zinspolitik der Eurozone kommentiert und macht dabei deutlich, dass in naher Zukunft kaum mit weiteren Zinssenkungen zu rechnen ist. Nach Ansicht Kocher, der auch Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, spiegelt die aktuelle Situation eine Phase der Stabilität wider.
Er fügte hinzu, dass der Zyklus der Zinssenkungen wahrscheinlich beendet sei oder diesem zumindest sehr nahe käme. Gleichzeitig betonte Kocher, dass in einer von Unsicherheiten geprägten Weltwirtschaft keine festen Vorfestlegungen sinnvoll wären. Signifikante Zinssenkungen könnten nur bei einer ernsthaften wirtschaftlichen Krise notwendig werden. Dabei sei es entscheidend, geldpolitische Maßnahmen bereitzuhalten, die in Krisenzeiten eingesetzt werden können, so Kocher.
Die EZB hatte zuletzt im Juni die Leitzinsen gesenkt und seitdem stabil gehalten. Der Einlagensatz verbleibt bei 2,0 Prozent. Trotz einer leichten Inflationserhöhung in der Eurozone auf 2,2 Prozent im September zeigt sich Kocher unbesorgt: Zwar lägen die Werte knapp über der angestrebten Marke von zwei Prozent, doch mittel- bis langfristige Risiken müssten dennoch beachtet werden, erklärte der Notenbankchef, der seit September seine Position innehat.

