Zinsgewitter im Zeichen von Handelskonflikten und geopolitischen Spannungen
Die US-Notenbank Fed bleibt bei ihrer zögerlichen Haltung in Sachen Zinssenkungen: Das Warten auf eine Reduktion könnte sich der Ansicht von Nervenkitzel suchenden Währungshütern zufolge noch bis in den Herbst ziehen. Raphael Bostic, Präsident der Federal Reserve Bank of Atlanta, ließ durchblicken, dass die Auswirkungen der von der Trump-Administration initiierten Handelsverhandlungen und Zollpolitiken noch nicht abschätzbar seien. Insbesondere bei einer Verzögerung der Verhandlungen könnte sich die Entscheidung über mögliche Zinssenkungen bis Spätsommer hinausziehen.
Unterdessen setzt China ein anderes Zinszeichen und senkt erstmals seit einem halben Jahr die Leitzinsen. Diese Entscheidung sorgt für frischen Wind im Reich der Mitte und zielt darauf ab, das wirtschaftliche Wachstum zu stützen - von 3,10 auf 3,0 Prozent fällt der einjährige Kreditzins, während der fünfjährige Loan Prime Rate (LPR) auf 3,50 Prozent gesenkt wird. Insbesondere bei Immobilienkrediten dürfte dieser Schritt neugierige Blicke der internationalen Finanzwelt auf sich ziehen.
In geopolitisch geladenen Sphären sorgt US-Präsident Donald Trump nach einem Gespräch mit Wladimir Putin für Hoffnungsschimmer in Bezug auf ein Ende des Ukraine-Konflikts. Während Trump sofortige Verhandlungen über eine Waffenruhe in Aussicht stellt, bleibt seine Bereitschaft, ausreichend Druck auf Russland auszuüben, umstritten. Kritiker monieren einmal mehr eine mangelnde Konsequenz in der Friedenspolitik des Republikaners.
Einen Lichtblick gibt es indes in der Eurozone zu vermelden, wo sich die Verbraucherstimmung im Mai überraschend stark verbessert hat. Der Anstieg des Konsumklimaindex von minus 16,0 auf minus 15,2 Zähler übertraf die Prognosen der Analysten und könnte ein kleiner Hoffnungsschimmer für die ökonomische Stabilität der Region sein.

