RTL News vor Umbruch: Konsolidierung und Fokus auf Digitales
Der renommierte Rundfunksender RTL Deutschland hat bekanntgegeben, dass im Zuge eines strategischen Stellenabbaus etwa 230 Arbeitsplätze innerhalb von RTL News wegfallen werden. Dies ist Teil einer größeren Restrukturierungsmaßnahme, bei der der Konzern insgesamt rund 600 Stellen abbauen möchte. Mit dieser Neuaufstellung will RTL die journalistische Qualität stärken und die Effizienz der digitalen Inhalte erhöhen, um in der sich rasant verändernden Medienwelt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Wichtige Änderungen umfassen die Konzentration von VIP- und People-Themen unter der Marke "Exclusiv", die ab Januar 2026 täglich ausgestrahlt wird. Zugleich werden die Formate "Gala" bei RTL und "Prominent" bei Vox eingestellt, ebenso das Shortformat "#VOXStimme".
Ein bedeutendes Highlight der Neuausrichtung ist ein geplantes gemeinsames Morgenprogramm von RTL und ntv, das ab Frühjahr 2026 wochentags von 6 bis 9 Uhr zu sehen sein wird. Dadurch soll es zu einer Einstellung der Sendungen "Punkt 6", "Punkt 7" und "Punkt 8" kommen.
In der Primetime wird sich RTL verstärkt auf investigative Formate wie "Team Wallraff" und "stern investigativ" sowie das etablierte Magazin "Extra" konzentrieren. Zentraler Bestandteil der Umstrukturierung ist zudem die Errichtung eines zentralen Newsrooms in Köln mit einem Bezugspunkt in Berlin.
Obwohl der Stellenabbau nur RTL News betrifft, bleiben die Marken ntv, stern, GEO und Capital unberührt. Es wird intensiv mit dem Betriebsrat zusammengearbeitet, um betriebsbedingte Kündigungen weitestgehend zu vermeiden.
Laut Stephan Schmitter, Chef von RTL Deutschland, erfordert die gegenwärtige wirtschaftliche Situation und der Wandel im Medienmarkt solch radikale Schritte, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Der Sender RTL ist Teil der RTL Group, der größten kommerziellen Sendergruppe Europas, die zum Bertelsmann-Konzern gehört. Unter dem Dach von RTL befinden sich prominente Medienmarken wie RTL, Vox und ntv sowie der Streamingdienst RTL+.

