Zinsfantasien dampfen Anleihekurse – US-Inflation überrascht
Der US-Anleihemarkt hat am Freitag nur kurzzeitig von unerwartet niedrigen Inflationsdaten profitiert. Der Terminkontrakt für zehnjährige Staatsanleihen rutschte minimal um 0,01 Prozent auf 113,48 Punkte ab, begleitet von einer Rendite von 4,00 Prozent.
Analysten hatten für September mit einer stärkeren Inflationsrate gerechnet, doch stiegen die Verbraucherpreise lediglich um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies überraschte, nachdem im August noch eine Rate von 2,9 Prozent verzeichnet worden war. Im Vorfeld hatten Experten einen Anstieg auf 3,1 Prozent prognostiziert. Die Veröffentlichung der Daten verzögerte sich aufgrund eines teilweisen Verwaltungsstillstands in den USA.
Marktbeobachter erwarten förmlich eine geldpolitische Aktion der US-Notenbank, die kommende Woche offenbar plant, die Leitzinsen zu senken. Diese Erwartungen wurden durch die Worte von Thomas Gitzel, dem Chefvolkswirt der VP Bank, untermauert. Beobachter spekulieren zudem über eine weitere geldpolitische Lockerung im Dezember. Die Auswirkungen der Zölle auf die Preisentwicklung könnten im nächsten Jahr eine entscheidende Rolle bei weiteren Zinssenkungen spielen.
Die Rendite für zehnjährige Anleihen rutschte kurzzeitig auf 3,96 Prozent, bevor sich die Kurse wieder erholten. Eine baldige Zinssenkung war ohnehin bereits fest in den Marktplanungen einkalkuliert.

