Zinsdynamik sorgt für schwankende Märkte
Nach der jüngsten Volatilität auf den Finanzmärkten blieben die Anleger auch zum Wochenausklang nervös. Die Zweifel, ob die US-Notenbank Fed in diesem Jahr erneut die Zinsen senken wird, belasteten den Handel und führten zu einem schwachen Start mit deutlichen Verlusten. Zwar ließ der Abwärtsdruck im Verlauf des Tages nach, jedoch hielten sich die Investoren mit neuen Engagements zurück. Der Dow Jones Industrial fiel um 0,65 Prozent auf 47.147,48 Punkte und erwies sich als der einzige bedeutende US-Index, der im Tagesverlauf keine positive Tendenz zeigte. Dabei hatte der Dow noch in der laufenden Woche durch die Aufstellung eines neuen Rekords glänzen können. Dagegen verloren andere Indizes wie der S&P 500 nur leicht oder, wie der Nasdaq 100 mit einem Plus von 0,06 Prozent, schlugen eine gegensätzliche Richtung ein.
Obwohl die Euphorie über die Beendigung des US-Behördenshutdowns schnell verrauchte, richtet sich der Blick der Investoren nun auf bevorstehende Wirtschaftsdaten. Der am nächsten Donnerstag erwartete Jobbericht für September könnte nach aktuellen Umfragen privater Dienstleister schwach ausfallen, wie ING-Experte James Knightley anmerkt. Dieser Bericht wird als wichtiger Indikator für die zukünftige Zinspolitik der Fed betrachtet. Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets betonte, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung der Fed aus Investorenperspektive auf unter 50 Prozent gefallen ist.
In der Technologiewelt konnten Nvidia, Microsoft und Tesla Kursgewinne verzeichnen. Im Gegensatz dazu verbuchten Alphabet und Amazon empfindliche Verluste. Bei Applied Materials kam es nach anfänglichen Enttäuschungen zu einem Plus von 1,3 Prozent. Walmart kündigte einen Führungswechsel an, was zu Unsicherheiten und einem leichten Kursverlust führte. Merck & Co strebt mit einer strategischen Übernahme eine Expansion seines Geschäftsbereichs an und wurde geringfügig niedriger bewertet. Für starken Aufruhr sorgte Stubhub mit einem dramatischen Kursrückgang von 21 Prozent infolge verunsichernder Zukunftsaussagen. Anders verlief es für Warner Bros. Discovery, dessen Aktien aufgrund von Übernahmeinteresse durch Mediengiganten wie Paramount, Comcast und Netflix anzogen. Der Lieferservice Doordash profitierte von einer positiven Analystenbewertung und erholte sich deutlich.

