Zentralbanken im Krisenmodus: Was machen die großen Player?
In einem bemerkenswerten Schritt scheint die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve, im Gegensatz zu ihren Pendants in den entwickelten Märkten, kurz davor zu stehen, die Zinssätze zu senken, obwohl viele ihrer Kollegen ihre Lockerungsphasen beenden.
Die Europäische Zentralbank (EZB) behielt am Donnerstag ihre Zinssätze bei, während in Japan noch in diesem Jahr mit einer Anhebung gerechnet wird.
**Schweiz:**
Die Schweizerische Nationalbank trifft sich am 25. September und hat nach dem Schnitt ihrer Zinssätze auf 0% im Juni Zweifel an einer Rückkehr zu negativen Zinsen geäußert. Die Inflation liegt über dem unteren Ende des Zielbandes, was es unwahrscheinlich macht, dass ein negativer Zinssatz eingeführt wird.
**Kanada:**
In Kanada zwingt eine schwache Wirtschaftslage sowie eine hohe Arbeitslosenquote die Bank of Canada dazu, nächste Woche über eine erneute Zinssenkung nachzudenken. Die Bank hat seit Juni 2024 die Zinsen um 225 Basispunkte gesenkt, doch am Markt rechnet man bis Januar mit weiteren Kürzungen.
**Schweden:**
Die Riksbank in Schweden hat trotz einer zähen Kerninflation deutlich gesenkt und wird voraussichtlich am 23. September keine weiteren Änderungen vornehmen. Wachstum und Inflation scheinen sich positiv zu entwickeln.
**Neuseeland:**
Wachstumsbedenken könnten der Reserve Bank of New Zealand ermöglichen, im Oktober die Zinsen zu senken. Eine weitere Kürzung bis Jahresende wird ebenfalls von Ökonomen erwartet.
**Eurozone:**
Die EZB hielt ihren Leitzins bei 2% und prognostiziert für 2027 eine Inflation von 1,9%, leicht unter dem Ziel von 2%. Die Märkte erwarten eine mögliche Senkung bis Mitte 2026.
**Vereinigte Staaten:**
Die Fed wird voraussichtlich ihren Leitzins um 25 Basispunkte senken, nachdem sie das ganze Jahr über pausiert hat. Einige Banken schließen eine stärkere Senkung um 50 Basispunkte nicht aus. Präsident Donald Trump drängt weiter auf größere Kürzungen, während die Zukunft von Fed-Gouverneurin Lisa Cook zunehmend unsicher wird.
**Großbritannien:**
Die Bank of England wird voraussichtlich keine Änderungen an den Zinssätzen vornehmen. Die zuletzt gesenkten Erwartungen basieren auf einer hartnäckigen Inflation.
**Australien:**
Australiens Zentralbank hat seit Februar um 75 Basispunkte gesenkt, dennoch haben starke Wachstumszahlen die Erwartungen weiterer Senkungen verringert.
**Norwegen:**
Die Norges Bank hat einen einzigen Schnitt um 25 Basispunkte vorgenommen. Eine weitere Senkung dieses Jahr wird erwartet, jedoch sind durch starke Inflationsdaten Zweifel aufgekommen.
**Japan:**
Die Bank of Japan steht als einzige große Notenbank im Straffungsmodus, jedoch erschwert der Rücktritt von Premierminister Shigeru Ishiba eine Zinserhöhung. Es bleibt möglicherweise bei einer Erhöhung bis Jahresende.

