Xbox könnte noch 2026 ein zweites Developer Direct veranstalten
Die Tinte auf dem letztjährigen Showcase ist kaum getrocknet, da kursieren bereits verheißungsvolle Gerüchte über eine Wiederholung. Microsoft scheint mit dem Erfolg seines Developer Direct im Januar derart zufrieden gewesen zu sein, dass intern über ein zweites Event innerhalb desselben Jahres nachgedacht wird. Jez Corden von Windows Central, eine oft treffsichere Quelle in Sachen Xbox-Insider-Wissen, hat nun im Xbox Two Podcast durchblicken lassen, dass Redmond noch ordentlich Munition im Arsenal hortet – und die Fans womöglich früher als erwartet einen weiteren Appetithappen serviert bekommen kötten. Wer glaubte, das Gaming-Jahr sei bereits durchgeplant, sollte sich warm anziehen.
Die Gerüchteküche brodelt kräftig
Im besagten Podcast ließ Corden verlauten, dass Microsoft „eine ziemlich anständige Menge an Zeug“ zurückhält, das noch nicht der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Seine Aussage war erstaunlich konkret: „Ich habe gehört, dass sie erwägen, dieses Jahr noch eines zu veranstalten. Seid also nicht überrascht, wenn wir irgendwann in diesem Jahr tatsächlich noch ein Developer Direct bekommen.“ Er betonte ausdrücklich, direkt davon gehört zu haben, dass Microsoft diese Option für 2026 sondiert – keine vage Andeutung, sondern eine klare Aussage. Zusammen mit seinem Co-Moderator spekulierte Corden darüber, ob das Format dem Januar-Event ähneln würde oder eher den klassischen Partner-Showcases entsprechen könnte, bei denen Third-Party-Spiele im Zentrum stehen. Interessanterweise kam auch zur Sprache, dass ein für März angesetztes Partner-Event im Vorjahr gecancelt wurde – dort hätten ursprünglich die Final Fantasy-Portierungen für Xbox angekündigt werden sollen. Die Flexibilität in Microsofts Präsentationsstrategie scheint also größer geworden zu sein, was sowohl Chancen als auch Unsicherheiten birgt.
Das Januar-Event setzte erfreuliche Maßstäbe
Der Developer Direct vom 22. Januar wurde weithin als gelungene Veranstaltung wahrgenommen, wobei besonders Game Freaks Beast of Reincarnation für Aufsehen sorgte. Corden gestand, von allem „angenehm überrascht“ gewesen zu sein, hob aber diesen Titel besonders hervor. Das Hack-and-Slash-Abenteuer versetzt Spieler ins Jahr 4062 nach Christus in eine dystopische japanische Landschaft, wo Protagonistin Emma gemeinsam mit ihrem wolfsähnlichen Gefährten Koo ums Überleben kämpft. Neben rasanter Nahkampf-Action integriert das Spiel RPG-Elemente wie Skilltrees und die Möglichkeit, Koo neue Fähigkeiten beizubringen. Game Director Kito Furushima erläuterte, dass ein relativ kleines internes Team bei Game Freak mit diversen Partner-Studios kooperiert, wodurch die Gesamtmannschaft „ziemlich groß“ ausfällt. Diese Arbeitsweise ermöglicht es offenbar, eine ambitionierte Vision zu verwirklichen, ohne die gesamte Last auf den Schultern eines einzelnen Studios zu tragen.
Weitere Highlights warteten auf die Zuschauer
Neben Beast of Reincarnation brillierten auch andere Titel: Fable präsentierte sein Moralitätssystem, das Konsequenzen für Entscheidungen verspricht, während Forza Horizon 6 mit seinem japanischen Setting Autonarren elektrisierte. Überraschungsgast war Double Fines Kiln, ein töpferbasierter Party-Brawler, der mit seiner schrulligen Prämisse Schmunzeln hervorrief. Diese Bandbreite demonstrierte eindrucksvoll Microsofts Bestreben, unterschiedliche Genres und Zielgruppen anzusprechen. Sollte ein zweites Developer Direct tatsächlich stattfinden, dürfte die Palette erneut bunt gemischt ausfallen – möglicherweise mit Titeln, die momentan noch unter strikter Geheimhaltung stehen. Die Community spekuliert bereits über mögliche Kandidaten: Könnte Perfect Dark endlich sein Comeback feiern? Gibt es Neuigkeiten zu State of Decay 3 oder dem mysteriösen Projekt von Compulsion Games? Die Möglichkeiten sind schier endlos, und genau diese Ungewissheit heizt die Vorfreude kräftig an.
Wann und in welcher Form bleibt offen
Ein konkretes Datum nannte Corden bewusst nicht – vermutlich weil die Planungen noch in einem frühen Stadium stecken. Traditionell veranstaltet Microsoft seine großen Showcases im Sommer rund um die E3-Zeit, doch die Developer Direct-Reihe hat sich als flexibleres Format etabliert, das theoretisch zu jedem beliebigen Zeitpunkt stattfinden kann. Herbst oder früher Winter wären denkbare Zeitfenster, um die Aufmerksamkeit vor der Weihnachtszeit nochmals anzukurbeln. Ob es sich um ein reines First-Party-Event handeln oder auch Partner-Studios einbeziehen wird, bleibt ebenfalls Spekulation. Fest steht lediglich, dass Microsoft offensichtlich genügend Material besitzt, um eine weitere mehrstündige Präsentation zu füllen – und das allein ist bereits eine erfreuliche Nachricht für alle, die auf frische Einblicke in kommende Blockbuster warten.


