Xbox Game Pass wird deutlich teurer – Call of Duty kostet Microsoft Millionen
Was bedeutet es, wenn selbst ein Tech-Konzern mit Milliarden-Gewinnen wie Microsoft plötzlich die Preise um 50 Prozent anhebt? Der neue Preis für den Xbox Game Pass Ultimate liegt jetzt bei 26,99 Euro im Monat – eine Entscheidung, die Spieler weltweit überrascht hat. Doch laut internen Quellen steckt dahinter mehr als nur steigende Kosten: Xbox kämpft mit den Folgen seiner eigenen Strategie.
Der Preis der Freiheit: Warum Call of Duty Microsoft teuer zu stehen kommt
Seit der Übernahme von Activision Blizzard im Jahr 2023 wollte Microsoft beweisen, dass das Abo-Modell der Zukunft gehört. Spiele wie Call of Duty: Black Ops 6 waren ab dem ersten Tag im Game Pass verfügbar. Ein Traum für Spieler, aber ein Alptraum für den Umsatz.
Interne Schätzungen zeigen: Xbox soll im vergangenen Jahr über 300 Millionen Euro an direkten Verkäufen verloren haben, weil das Spiel im Abo enthalten war (wie Bloomberg.com berichtet). Zwar wuchs der Umsatz mit Abos leicht, doch das reichte nicht, um den Einbruch bei den Einzelverkäufen auszugleichen.
Ein ehemaliger Xbox-Mitarbeiter verriet: „Game Pass hat nicht das Wachstum gebracht, das Microsoft nach der Activision-Übernahme erwartet hat. Die Infrastrukturkosten steigen, aber die Preisstruktur bleibt zu niedrig.“

Die höchsten Verkaufszahlen hatte Call of Duty: Black Ops 6 im PlayStation-Ökosystem. – Bild: Activision
Sony geht anderen Weg und profitiert
Während Xbox auf neue Blockbuster im Abo setzt, verfolgt Sony mit PlayStation Plus eine andere Strategie: Dort erscheinen große Spiele erst Monate später. Ergebnis? 82 Prozent der Verkäufe des letzten Call-of-Duty-Teils entfielen laut IGN auf die PlayStation-Plattform.
Sony setzt also weiter auf klassische Verkäufe, während Microsoft hofft, dass langfristige Abo-Einnahmen den Rückgang kompensieren. Doch bisher scheint sich das Risiko nicht auszuzahlen.
Drei Abo-Stufen, aber mehr Verwirrung als Nutzen
Ab sofort bietet Xbox drei Preisstufen an:
- 8,99 Euro für rund 50 Spiele
- 12,99 Euro für etwa 200 Titel
- 26,99 Euro für über 400 Spiele – inklusive Day-One-Neuveröffentlichungen
Wer also Call of Duty: Black Ops 7 oder The Outer Worlds 2 direkt am Release spielen will, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Offiziell heißt es von Xbox, man wolle „mehr Flexibilität und Wert“ bieten. – Inoffiziell ist es wohl eine Reaktion auf die schleppende Rentabilität des Dienstes.
Auch wirtschaftlich gerät Xbox unter Druck: Nach über 2.500 Entlassungen seit 2024 und mehreren gestrichenen Projekten verlangt die Konzernführung um Finanzchefin Amy Hood höhere Gewinne.
Der Traum vom Netflix für Spiele
Xbox hatte mit Game Pass einst die Vision, das Netflix der Spielewelt zu werden. Doch der Markt zeigt, dass Gamer anders ticken: Viele abonnieren kurzzeitig, spielen ihr Lieblingsspiel und kündigen wieder. Das bedeutet weniger stabile Einnahmen als erhofft. Auch ehemalige Führungskräfte wie Shannon Loftis, früher bei Xbox Game Studios, kritisieren das Modell: „Game Pass hilft kleineren Spielen, aber bei großen Titeln frisst er die Einzelverkäufe auf.“
Der neue Preis zeigt, dass Microsoft sich im eigenen Ökosystem verheddert hat. Der Game Pass bleibt ein starkes Angebot, aber die Balance zwischen Spielerfreundlichkeit und Profitabilität ist schwer zu halten. Selbst für einen Tech-Riesen wie Micorsoft.
Ob Spieler bereit sind, 26,99 Euro im Monat zu zahlen, wird die kommenden Monate entscheiden. Eins ist klar: Der Game Pass ist kein unbegrenztes Buffet mehr, sondern ein teures Luxusmenü.


