Xbox Game Pass: Beinhaltet das neue Abo mit dem Codenamen TRITON nur Xbox-eigene Spiele?
Microsoft und Game Pass – das ist eine Beziehung, die in letzter Zeit reichlich für Gesprächsstoff sorgt. Erst die umstrittenen Preiserhöhungen, dann Gerüchte über eine Kooperation mit Netflix, und jetzt taucht durch einen Datenminer ein weiteres Puzzlestück auf. Was sich hinter dem Projektnamen „Triton“ verbirgt und warum die Idee dahinter durchaus Sinn ergeben könnte, ist einen genauen Blick wert.
Triton: Eine günstigere Stufe nur mit Xbox-Studios-Spielen
Ein Dataminer namens Redphx hat in Projektdateien Hinweise auf eine neue Game-Pass-Stufe entdeckt, die intern als „Triton“ bezeichnet wird. Anders als die bestehenden Stufen – Game Pass Ultimate für rund 26 Euro, die Premium-Stufe für rund 13 Euro und Game Pass Essential für rund 8,70 Euro monatlich, die Microsoft im Oktober 2025 eingeführt hatte – soll Triton offenbar noch günstiger ausfallen und ausschließlich Titel aus dem Hause Xbox Game Studios enthalten.
In den gefundenen Dateidaten tauchen unter anderem folgende Spiele auf: DOOM 64, Psychonauts, Retro Classics, DOOM Eternal, Dishonored 2, Fable Anniversary, Fallout 4, Fallout 76, Gears 5, Halo 5, Halo Wars 2, Hellblade, Ori and the Blind Forest, State of Decay 2 sowie The Elder Scrolls Online. Auffällig ist das vollständige Fehlen von Drittanbietertiteln – was stark darauf hindeutet, dass Triton als fokussiertes Angebot für all jene gedacht ist, die primär an Microsofts Eigenproduktionen interessiert sind, ohne für den vollen Umfang des Katalogs bezahlen zu wollen.
Neue Führung, neue Strategie
Noch hat Microsoft nichts offiziell bestätigt, doch der Fund passt zu einem kürzlich kursierenden Bericht, demzufolge die neue Microsoft-Gaming-Chefin Asha Sharma Game Pass für eine breitere Zielgruppe attraktiver gestalten und dabei auch günstigere Einstiegsmöglichkeiten prüfen möchte. Zudem soll Sharma Kontakt zum Netflix-Co-Chef Greg Peters aufgenommen haben, um eine mögliche Bündelung beider Abonnementdienste auszuloten. Peters äußerte sich dabei durchaus positiv über die Ausrichtung, betonte jedoch, dass Microsoft intern noch dabei sei, die richtige Struktur für das eigene Angebot zu finden.
Kritik an der Preispolitik hallt nach
Der Kontext dieser Entwicklungen ist nicht zu ignorieren. Als Microsoft die Game-Pass-Preise im Oktober 2025 anhob, erntete das Unternehmen scharfe Kritik – auch aus den eigenen Reihen. Laura Fryer, eine der Mitbegründerinnen von Microsoft Game Studios, bezeichnete die Erhöhungen öffentlich als „Gier über Gaming“. Sie kritisierte, dass Microsoft mit den Preiserhöhungen einen seiner letzten echten Wettbewerbsvorteile verspielt habe: das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der gesamten Spielebranche. Ob Triton eine direkte Reaktion auf diese Kritikwelle ist oder schlicht ein strategisches Produkt neuer Führungsköpfe – beides wäre gut nachvollziehbar. Eine günstigere, schlanker zugeschnittene Stufe könnte genau jene Spieler zurückgewinnen, die bei den gestiegenen Preisen abgesprungen sind.


