Xbox am Scheideweg? Ex-Blizzard-Präsident Ybarra verkündet „Tod“ der Konsole
Der frühere Blizzard-Präsident Mike Ybarra scheint eine dezidierte Meinung darüber zu haben, wie Microsoft sein Xbox-Geschäft führt. Als Reaktion auf einen Social-Media-Beitrag, in dem Sony die PS5 als ihre erfolgreichste Konsole in Bezug auf Verkaufszahlen und Umsatz bezeichnete, schrieb Ybarra, der Konsolenmarkt sei ein äußerst erfolgreiches Geschäft, „wenn man es richtig anstellt“. Diese scharfe Bemerkung deutet auf eine tief sitzende Kritik hin, die weit über oberflächliche Beobachtungen hinausgeht.
„Deine Konsole ist tot“: Eine provokante Aussage
Dieser Post von Ybarra hat bei einigen seiner Follower zu heftiger Kritik geführt; einer bezeichnete ihn sogar als „verbitterten Ex-Mitarbeiter“, bezogen auf seine lange Zeit bei Blizzard. Ybarra reagierte auf diesen Beitrag mit den knappen, aber prägnanten Worten „your console is dead“, womit er vermutlich annahm, dass der Kommentator eine Xbox-Konsole besitzt. Diese direkte Konfrontation zeigt die Schärfe, mit der Ybarra seine Ansichten vertritt, und die Leidenschaft, die er für das Thema Gaming hegt.
Preiserhöhungen: Profitgier statt Tarife
Ybarra hatte sich bereits zuvor kritisch zu Microsofts Geschäftsentscheidungen geäußert. Erst im vergangenen Monat wies er auf die jüngsten Preiserhöhungen für die Xbox Series X/S-Konsolen hin und bezeichnete die Entscheidung des Unternehmens als profitgetrieben und nicht als Reaktion auf US-Zölle auf Importwaren. „Konsolenpreiserhöhungen sind keine Zollprobleme, sie sind Profitprobleme“, schrieb Ybarra in den sozialen Medien. „Und der Grund, warum die Gewinne nicht da sind, wo sie sein sollten, ist ein viel, viel tiefer liegendes Problem als die Zollausrede.“
Um seinen Standpunkt weiter zu untermauern, bemerkte Ybarra, dass die Zölle seit ihrer Einführung nicht wirklich gestiegen seien, während Microsoft die Preise seiner Konsolen kontinuierlich erhöht habe. „Eine Ausrede, die Preise weiter zu erhöhen, ohne neue Zollerhöhungen, ist einfach ein anderes Problem, und sie werden die Verbraucher weiterhin für diese Probleme bezahlen lassen“, schrieb er. Dies ist eine klare Anklage, die Microsoft in ein schlechtes Licht rückt und die Frage nach der tatsächlichen Motivation hinter den Preisanpassungen aufwirft.
Kontext der Preisanpassung und Ybarras Karriereweg
Der Fairness halber sei erwähnt, dass die Xbox Series X/S-Preiserhöhung Ende dieser Woche in Kraft treten und nur für Märkte außerhalb der USA gelten wird. Ybarra hatte in irgendeiner Funktion zwanzig Jahre lang in Microsofts Xbox-Division gearbeitet. Er kündigte jedoch 2019 seinen Abschied vom Unternehmen an, nachdem er verschiedene Rollen innehatte, darunter die des Xbox Corporate Vice President for Gaming. Kurz darauf wechselte er zu Blizzard als Executive Vice President und General Manager des Unternehmens, bevor er schließlich die Rolle des Präsidenten übernahm.
Handheld-Offensive: Microsofts neue Strategie
Was Microsoft betrifft, so bereitet sich das Unternehmen auf die Markteinführung seiner Handheld-Geräte vor, die in Zusammenarbeit mit Asus entwickelt wurden – die ROG Xbox Ally und die ROG Xbox Ally X. Die Handhelds sind in 38 Ländern zur Vorbestellung verfügbar. Xbox hatte letzte Woche bekannt gegeben, dass die Vorbestellungen recht gut verliefen, und der firmeneigene Store bereits ausverkauft sei. Obwohl beide Handhelds recht teuer sein mögen, deuten Gerüchte darauf hin, dass sowohl Microsoft als auch Asus ihr Bestes gaben, um die Preise zu senken. Dies zeigt eine interessante Verschiebung in Microsofts Strategie, die möglicherweise neue Märkte erschließen soll, während gleichzeitig die traditionellen Konsolenmärkte kritisch beäugt werden.


