Wuchang: Fallen Feathers im Chaos – Entlassungen und Rechtsstreit erschüttern Entwickler Leenzee
Wuchang: Fallen Feathers hat sich als eines der mutigeren Soulslike-Abenteuer der jüngeren Vergangenheit einen Namen gemacht – kreativ, visuell eindrucksvoll und handwerklich durchaus überzeugend. Doch während das Spiel selbst einiges zu bieten hatte, scheint die Geschichte hinter den Kulissen eine weitaus düsterere zu sein. Was aktuell rund um Entwickler Leenzee die Runde macht, klingt nach einem handfesten Desaster – und das ausgerechnet bei einem Studio, das mit seinem Erstlingswerk zumindest auf künstlerischer Ebene so vieles richtiggemacht hatte.
Ein Soulslike mit schwerem Stand
Trotz einer visuell beeindruckenden Welt und einem frischen Dreh an der bewährten Soulslike-Formel konnte Wuchang: Fallen Feathers offenbar nicht das Publikum erreichen, das sich das Studio erhofft hatte. Schon zur Veröffentlichung wurde das Bild des Spiels vor allem durch technische Schwächen und eine unbeständige Leistung geprägt – und nicht durch die Stärken, die es tatsächlich besaß. Wenn du dem Titel trotzdem eine faire Chance gabst, fandest du ein Spiel mit echtem Kern, eigenem Charakter und durchaus denkwürdigen Momenten. Doch das reichte nicht. Der verhaltene Empfang blieb hartnäckig am Titel haften, und der erhoffte Durchbruch blieb aus – mit Konsequenzen, die sich nun in vollem Umfang abzeichnen.
Entlassungen und ein Director, der einen Neustart wagt
Laut Gerüchten, die unter Insidern kursieren und bislang unbestätigt geblieben sind, soll das Team hinter Wuchang: Fallen Feathers nach der enttäuschenden Resonanz auf das Spiel entlassen worden sein – angeblich auf direktes Betreiben des Studios selbst. Besonders auffällig ist der Fall von Produzent und Director Xia Siyuan, der Berichten zufolge ebenfalls entlassen wurde, aber offenbar nicht untätig geblieben ist: Er soll bereits ein eigenes Unternehmen gegründet haben. Anderen ehemaligen Mitarbeitern scheint es hingegen deutlich schlechter zu ergehen.
Ausgebliebene Gehälter und juristischer Gegenwind
Was die Situation noch brisanter macht, sind Berichte über ausgebliebene Gehaltszahlungen und drohende rechtliche Auseinandersetzungen zwischen Leenzee und Teilen der ehemaligen Belegschaft. Sollten sich diese Vorwürfe bewahrheiten, wäre das Studio leider kein Einzelfall in einer Branche, die nach kommerziellen Rückschlägen allzu häufig die eigene Mannschaft als Stoßdämpfer benutzt. Dass es ausgerechnet ein Spiel trifft, hinter dem sichtbar echtes Engagement steckte, macht die ganze Angelegenheit noch bitterer – und hinterlässt einen faden Beigeschmack, der sich kaum ignorieren lässt.
Fertiger Inhalt, der womöglich nie erscheint
Vielleicht am niederschmetterndsten ist ein weiteres Detail aus den Gerüchten: Zusätzliche Inhalte für Wuchang: Fallen Feathers sollen bereits fertiggestellt oder zumindest kurz vor der Fertigstellung gewesen sein – und könnten nun ungenutzt in irgendwelchen digitalen Schubladen verschwinden. Neue Gebiete, frische Bedrohungen, weitere Herausforderungen – für all jene, die dem Spiel trotz seiner Schwächen verfallen waren, wäre das ein echter Gewinn gewesen. Stattdessen droht dieses Material schlicht zu verstauben, ohne je das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken. Ein bitterer Verlust für einen Titel, der mit etwas mehr Rückenwind und Zeit noch hätte wachsen können.


