Wolfenstein 3: MachineGames will die Trilogie beenden, doch wann bleibt rätselhaft
MachineGames, das schwedische Studio hinter der modernen Wolfenstein-Trilogie, bekräftigt erneut seine Absicht, die Geschichte von B.J. Blazkowicz zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Studiodirektor Jerk Gustafsson hat in einem Interview klargestellt, dass man noch lange nicht mit dem Franchise abgeschlossen hat – die Frage ist nur, ob das finale Kapitel zeitnah oder erst in ferner Zukunft erscheint. Während das Studio mit Indiana Jones and the Great Circle gerade erst bewiesen hat, dass narrativ getriebene Ego-Shooter ihre Daseinsberechtigung haben, brodeln im Hintergrund Gerüchte über eine mögliche Fernsehserie und sogar ein Mehrspieler-Projekt. Doch zunächst gilt: Die Trilogie muss vollendet werden.
Die Trilogie war von Anfang an geplant
Bereits während der ersten Wochen bei id Software, als MachineGames Wolfenstein: The New Order konzipierte, hatte das Team eine klare Vision für drei Spiele. Gustafsson betont, dass die Reise von B.J. Blazkowicz bereits damals durchgeplant wurde – inklusive dessen Schicksal im zweiten und dritten Teil. „Unsere Absicht war es immer, zu Wolfenstein zurückzukehren. Wir wollten die Trilogie beenden“, erklärt er. Wann genau das geschehen wird, bleibt jedoch offen: „Das kann jetzt sein, das kann später sein, aber wir sind noch nicht fertig damit.“ Diese bewusste Vagheit lässt Raum für Spekulationen, deutet aber darauf hin, dass andere Projekte zunächst Priorität haben könnten. Seit Wolfenstein 2: The New Colossus 2017 erschien, gab es lediglich die Spin-offs Youngblood und Cyberpilot, die beide nicht an den Erfolg der Hauptreihe anknüpfen konnten.
Gerüchte über Fernsehserie und Mehrspieler-Ableger
Ein Bericht vom Januar 2026 brachte frischen Wind in die Diskussion: Angeblich arbeitet MachineGames aktiv an einem neuen Wolfenstein-Spiel, was teilweise durch Amazons geplante Fernsehserie zum Franchise befeuert wird. Zudem kursieren Gerüchte, dass das Studio an einem Mehrspieler-Titel arbeitet, der Ähnlichkeiten mit Ubisofts Rainbow Six Siege aufweisen soll – ein taktischer Helden-Shooter, bei dem Teams abwechselnd als Angreifer und Verteidiger agieren. Ob diese Informationen zutreffen, bleibt abzuwarten, doch sie zeigen, dass Wolfenstein keineswegs in der Versenkung verschwunden ist. Die Kombination aus Einzelspieler-Trilogie-Abschluss und möglichem Multiplayer-Projekt würde eine breite Palette an Spielertypen ansprechen und das Franchise für die Zukunft diversifizieren.
Innovation innerhalb bewährter Strukturen
Gustafsson spricht offen über die Philosophie von MachineGames: Das Studio hat sich auf erzählerisch dichte Ego-Shooter spezialisiert und möchte innerhalb dieses Genres weiter innovieren, ohne die eigenen Wurzeln zu verraten. „Wir haben sehr, sehr ähnliche Spiele gemacht und uns lange Zeit sehr stark auf Ego-Perspektive und Story-getriebene Titel konzentriert“, sagt er. Gleichzeitig sucht man nach Wegen, das Genre zu erweitern – allerdings innerhalb der eigenen Kompetenzen. Mobile-Spiele beispielsweise seien derzeit keine Option, da die notwendigen Fähigkeiten im Studio fehlen. Diese klare Positionierung könnte erklären, warum Wolfenstein 3 noch auf sich warten lässt: MachineGames will offenbar nicht einfach mehr vom Gleichen liefern, sondern die Formel weiterentwickeln, ohne dabei die Essenz zu verlieren.
Hoffnung auf Zukunft für Triple-A-Shooter mit Substanz
Eine bemerkenswerte Sorge durchzieht Gustafssons Aussagen: die Frage, ob es in Zukunft überhaupt noch einen Markt für die Art von Spielen gibt, die MachineGames entwickelt. „Ich hoffe immer noch, dass es weiterhin einen Markt für die Art von Spielen geben wird, die wir machen, denn offensichtlich lieben wir es, sie zu machen“, gesteht er. Er beobachtet, dass Triple-A-Titel mit starkem narrativen Fokus seltener werden – eine bedenkliche Entwicklung für ein Studio, das genau diese Nische perfektioniert hat. Der Erfolg von Indiana Jones and the Great Circle beweist jedoch, dass das Publikum durchaus Appetit auf cinematische, erzählgetriebene Erfahrungen hat. Wolfenstein 3 könnte somit nicht nur den Abschluss einer Trilogie darstellen, sondern auch ein Statement für die Zukunftsfähigkeit dieser Spielart sein.


