Zelnick sagt, GTA 6 bekommt keine Werbung im Spiel, und nebenbei erwähnt er 80 Dollar
In-Game-Werbung ist eines der kontroversesten Themen in der Spieleindustrie der letzten Jahre. Während die meisten Vollpreistitel bisher darauf verzichtet haben, haben einzelne Spiele wie NBA 2K und FIFA-Nachfolger immer wieder mit Werbeeinblendungen und gesponserten Inhalten experimentiert. GTA 6 war dabei ein naheliegendes Diskussionsthema.
Die fiktive Spielwelt mit ihren Plakatwänden, Radio-Spots und Fernsehwerbung könnte reale Werbepartner beherbergen, ohne optisch zu stören. Strauss Zelnick, CEO von Take-Two Interactive, hat diese Frage jetzt in einem YouTube-Interview mit dem Kanal TGB klar beantwortet. Es wird keine Interstitial-Werbung in GTA 6 geben. Wer für ein Spiel 70 oder 80 Dollar bezahlt, solle nicht zusätzlich mit Werbung konfrontiert werden, das empfinde er als unfair.
Was Zelnick genau gesagt hat und warum ein Wort aufgefallen ist
Die Kernaussage ist eindeutig: In-Game-Werbung halte er für kaum vorstellbar bei einem Spiel, für das jemand bereits einen Vollpreis gezahlt habe. Das Statement richtet sich damit indirekt auch gegen die Praxis von Free-to-Play-Titeln, die Werbung als Einnahmemodell nutzen. Was die Community jedoch mehr beschäftigt, ist ein anderer Teil des Zitats. Zelnick formulierte den Preispunkt als 70 oder 80 Dollar. Gleichzeitig deuten Leaks auf bis zu 100 Dollar für GTA 6 hin.
Take-Two hat bisher kein Spiel für 80 Dollar verkauft. Der aktuelle Vollpreis-Standard des Publishers liegt bei 70 Dollar. Warum also ist die Zahl 80 in seiner Aussage aufgetaucht? Ob bewusst oder unbewusst: Sie hat Spekulationen ausgelöst, dass GTA 6 der erste Take-Two-Titel sein könnte, der die bisherige Preisschwelle überschreitet.
Ist 80 Dollar für GTA 6 realistisch?
GTA 6 ist das meisterwartete Spiel der Branche. Die Verhandlungsmacht von Rockstar bei der Preisgestaltung ist wie bei kaum einem anderen Entwickler weltweit. Gleichzeitig gibt es Gegenargumente: Eine Preiserhöhung auf 80 Dollar könnte als provokant wahrgenommen werden und negativ auf das Vorbestellungsverhalten wirken, noch bevor das Spiel irgendwelche Kritiken erhalten hat.
Zelnick selbst hat in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, dass Spiele generell unterbewertet seien, dass also höhere Preise gerechtfertigt wären. Ob GTA 6 der Titel ist, mit dem Take-Two diesen Schritt wagt, bleibt offen. Laut Berichten stehen Vorbestellungen und eine offizielle Preisankündigung in Kürze bevor, möglicherweise zusammen mit Trailer 3. Dann wird sich zeigen, ob 80 Dollar ein Versprecher war oder eine Vorwarnung.


