Fidelity sieht entscheidende Krypto-Katalysatoren für das zweite Quartal 2026

In einem aktuellen Krypto-Livestream von Fidelity wurde das zweite Quartal 2026 als Übergangsphase für Krypto-Assets beschrieben. Die Experten des Unternehmens verwiesen auf eine Mischung aus makroökonomischen, regulatorischen und On-Chain-Entwicklungen, die die nächste Marktphase prägen könnten. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die aktuelle Konsolidierung von Bitcoin, die wachsende Rolle von Stablecoins und die Frage, ob Smart-Contract-Plattformen durch Tokenisierung und KI-gesteigerte Entwicklerproduktivität neuen Schwung gewinnen könnten.
Krypto-Ausblick für das zweite Quartal 2026
Jurrien Timmer, Direktor für globale Makrostrategien bei Fidelity, bezeichnete den jüngsten Ausverkauf als einen „milden Winter“ im Vergleich zu den tiefgreifenden Einbrüchen früherer Zyklen. Bitcoin, das laut Timmer bei etwa $126.000 seinen Höchststand erreichte und dann auf etwa $60.000 fiel, hat bereits einen Rückgang von mehr als 50% erlebt. Er argumentierte, dass solche Rückgänge weniger drastisch werden sollten, je mehr sich der Vermögenswert etabliert.
**“I’m not looking for an 80% drawdown, which would be a pretty harsh winter,” Timmer said. “I think a 50% to 60% drawdown, which is what we’ve had, is probably as much as it needs to go. Again, not market timing here, but I think we’re in the zone. So yes, a mild winter, but maybe spring is around the corner.”**
Diese Einschätzung steht im Zusammenhang mit einer breiteren Debatte bei Fidelity darüber, ob der vierjährige Zyklus von Bitcoin noch intakt ist. Max Wadington von Fidelity Digital Assets meinte, dass das erste Quartal wahrscheinlich die zeitliche Komponente des Zyklus bestätigt habe, da das vorherige Allzeithoch im November 2021 zeitlich eng mit dem Markthoch Ende 2025 übereinstimmte. Beide Experten argumentierten jedoch, dass sich der Mechanismus hinter dem Zyklus verändert, da Halbierungen weniger wichtig werden und Nachfrageseitige Faktoren an Bedeutung gewinnen.
Für Timmer geht es in der aktuellen Situation weniger um einen neuen Ausbruch als um eine Phase der Basisbildung. Er sagte, Bitcoin teste derzeit einen Bereich um $60.000 bis $70.000, während der Markt nach einer neuen Erzählung sucht, nachdem sowohl die „Hartgeld“- als auch die spekulativen Trades an Schwung verloren haben.
**“We’ve done the hard money narrative. Gold is running that show right now. We had the speculative narrative,” Timmer said. “And so I think it’s sitting here waiting for a new storyline, if you will. It’ll still be related to those two. But something needs to happen.”**
Ein möglicher Katalysator könnte die makroökonomische Politik sein. Timmer beobachtet mögliche Führungswechsel bei der Federal Reserve genau und argumentiert, dass eine engere Abstimmung zwischen der Fed und dem Finanzministerium bei der Verwaltung der Schuldenlast letztendlich das Hartgeld-Argument für Bitcoin wiederbeleben könnte, wenn die Märkte beginnen, die Unabhängigkeit der Zentralbank in Frage zu stellen. Seiner Meinung nach hat Gold bereits auf dieses Thema reagiert, während Bitcoin hinterherhinkt.
Das makroökonomische Bild ist jedoch nicht eindimensional. Timmer sagte, Bitcoin befinde sich derzeit zwischen zwei Identitäten: einem „aspirational store of value“ im Zusammenhang mit monetärer Entwertung und einem spekulativen Vermögenswert, der oft im Einklang mit Technologierisiken gehandelt wird.
Er wies auf eine Diskrepanz zwischen der steigenden globalen Geldmenge, die er auf etwa $120 Billionen schätzte und die jährlich um etwa 12% zunimmt, und der schwächeren jüngsten Performance von Bitcoin hin. Gleichzeitig bemerkte er, dass Software-Aktien unter Druck stehen und Bitcoin sich eher in diese Richtung bewegt hat als in Richtung Hartgeld-Assets.
Wadingtons Fokus für das zweite Quartal liegt weiter unten im Stack. Er hob Tokenisierung, DeFi und Stablecoins als wichtige Themen hervor, die bereits an Bedeutung gewinnen, insbesondere nachdem Fidelity Digital Assets seine eigene dollar-gestützte Stablecoin, FIDD, eingeführt hat. Er betonte, dass Stablecoins nicht als langfristige Investitionen betrachtet werden sollten, sondern als On-Chain-Cash-Instrumente für rund um die Uhr verfügbare, kostengünstige globale Transfers.
Interessanterweise sagte er, dass der nächste Schritt für Ethereum und Solana nicht nur von KI-Agenten kommen könnte, die On-Chain-Transaktionen durchführen, sondern auch von KI, die Krypto-Entwickler kurzfristig produktiver macht.
**“What I’m looking for are any signs or signals that show the thousands of crypto developers getting marginally or incrementally more productive,” Wadington said. “And I think that’ll have a direct impact on the underlying value of these assets. I personally don’t think it’s something that’s been talked about much that we could see come up in the metrics pretty shortly here.”**
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag die gesamte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen bei $2,41 Billionen.

