Investmentweek

Wohnungsmarkt vor dem Kollaps – Warum Mieten weiter explodieren

05. Februar 2025, 09:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Während die Kaufpreise für Immobilien stagnieren, ziehen die Mieten weiter an. Experten warnen: Der Wohnungsmarkt droht zu kippen.

Der deutsche Mietmarkt steht vor einer neuen Belastungsprobe – und viele Mieter bekommen das schon jetzt schmerzhaft zu spüren. Die Mieten in Großstädten sind 2024 um durchschnittlich 4,7 % gestiegen, in einigen Regionen sogar um über 8 %.

Besonders betroffen sind Berlin, Essen und Frankfurt. Gleichzeitig stagniert der Kaufmarkt, weil viele Immobilieninteressenten durch hohe Bauzinsen abgeschreckt werden.

Doch während Käufer abwarten können, trifft die Krise Mieter mit voller Wucht. „Wohnen wird immer mehr zum Armutsrisiko“, warnt der Sozialverband VdK. Die Mietbelastung hat in vielen Städten längst ein kritisches Niveau erreicht – und Besserung ist nicht in Sicht.

Explodierende Mieten: Wie sich die Lage 2025 verschärfen wird

Viele Experten hatten gehofft, dass die Mietpreise sich nach den starken Anstiegen der letzten Jahre wieder beruhigen würden. Doch das Gegenteil ist der Fall: Das knappe Angebot und die steigende Nachfrage treiben die Mieten immer weiter nach oben.

Besonders in Ballungsräumen wie Berlin, Frankfurt und Düsseldorf fehlen tausende Wohnungen, während gleichzeitig immer mehr Menschen in die Städte ziehen. Die aktuellen Zahlen zeigen eine alarmierende Entwicklung:

  • Berlin: +8,5 % im Vergleich zum Vorjahr
  • Essen: +8,2 %
  • Frankfurt: +8,0 %
  • Leipzig: +7,3 %
  • Düsseldorf: +7,2 %

Die Situation ist in vielen Städten inzwischen so angespannt, dass es kaum noch leistbaren Wohnraum gibt.

„Jede frei werdende Wohnung wird von Dutzenden Bewerbern umkämpft“, berichten Makler.

Besonders betroffen sind dabei Haushalte mit geringem Einkommen, die immer mehr in Randlagen oder in schlechtere Wohnverhältnisse gedrängt werden.

Das Hauptproblem: Zu wenig Neubau, zu viele Hürden

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum die Lage so eskaliert: Der Wohnungsbau ist in Deutschland fast zum Erliegen gekommen. 2024 wurden nur 260.000 neue Wohnungen fertiggestellt – weit weniger als die benötigten 400.000 Einheiten pro Jahr. Und für 2025 sieht es noch düsterer aus: Nur 230.000 Baufertigstellungen werden erwartet.

„Damit ist die Wohnungsnot hausgemacht“, kritisiert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Hohe Bauzinsen, teure Baumaterialien und übermäßige Bürokratie haben dazu geführt, dass viele Bauprojekte gar nicht erst begonnen werden.

Zusätzlich gibt es strukturelle Probleme:

  • Baugenehmigungen werden kaum noch erteilt, weil viele Städte durch hohe Schulden keine neuen Bauvorhaben finanzieren können.
  • Kapitalanleger ziehen sich zurück, weil sich der Mietmarkt für Investoren durch hohe Zinsen weniger lohnt.
  • Sozialwohnungen verschwinden: Viele ältere geförderte Wohnungen fallen aus der Mietpreisbindung und werden teurer vermietet.

Ein Beispiel dafür ist München: Hier wurden 2023 nur 4.500 neue Wohnungen fertiggestellt – bei einem jährlichen Bedarf von über 10.000 Einheiten.

Sozialverbände warnen: „Die Wohnkosten sind längst außer Kontrolle“

Die steigenden Mieten treffen besonders Alleinerziehende, Rentner und Geringverdiener. Während wohlhabendere Haushalte höhere Mietkosten noch verkraften können, geraten viele Menschen finanziell an ihre Grenzen.

VdK-Präsidentin Verena Bentele warnt:

„Die hohen Wohnkosten fressen Löhne und Renten auf und treiben Menschen in Armut.“

Der Deutsche Caritasverband sieht ebenfalls eine dramatische Entwicklung:

„Immer mehr Menschen geraten in Verschuldung oder müssen in prekären Wohnverhältnissen leben.“

Auch Wohnungslosenhilfen melden steigende Zahlen. In vielen Städten sind Notunterkünfte längst überfüllt, weil sich viele Haushalte keine regulären Wohnungen mehr leisten können. In Berlin ist die Zahl der Obdachlosen innerhalb von zwei Jahren um fast 20 % gestiegen.

Warum die Kaufpreise stagnieren, während die Mieten steigen

Parallel zum Mietanstieg zeigt sich ein paradoxes Phänomen: Die Kaufpreise für Immobilien haben sich kaum verändert.

Laut der Erhebung des IW lagen die Preise für Eigentumswohnungen Ende 2024 0,4 % unter dem Vorjahresniveau, während Einfamilienhäuser nur um 0,6 % teurer wurden.

Warum sind die Märkte so unterschiedlich?

  • Viele Käufer warten ab: Die Zinsen sind zwar leicht gesunken, aber immer noch hoch. Käufer hoffen auf weitere Zinssenkungen.
  • Verkäufer sind nicht bereit, Preise zu senken: Trotz der sinkenden Nachfrage halten viele Eigentümer an hohen Preisen fest, wodurch weniger Transaktionen stattfinden.
  • Immobilien sind für viele schlicht zu teuer geworden: Hohe Energiekosten und Inflation haben dazu geführt, dass viele Haushalte kein Geld für eine Immobilie aufbringen können.

Für 2025 erwarten Experten jedoch wieder steigende Kaufpreise.

„Die Zinsen könnten leicht sinken, und die Einkommen steigen weiter“, heißt es im Bericht des IW.

Doch die Dynamik der 2010er Jahre, als Immobilienpreise in Großstädten jährlich zweistellig wuchsen, dürfte nicht wieder erreicht werden.

Droht eine neue Wohnungskrise?

Die Kombination aus steigenden Mieten, stockendem Neubau und stagnierenden Kaufpreisen könnte Deutschland in eine gefährliche Wohnungskrise führen. Experten befürchten, dass sich die soziale Spaltung weiter vertieft:

  • Mittelschicht rutscht in die Mietfalle: Wer kein Eigentum besitzt, muss immer mehr Einkommen für Miete ausgeben.
  • Sozialwohnungen verschwinden: Ohne neue Förderungen könnten bald Millionen günstige Wohnungen fehlen.
  • Städte werden für Normalverdiener unbezahlbar: Lehrer, Pflegekräfte oder Polizisten können sich kaum noch Mieten in Großstädten leisten.

Lösungen? Die Politik bleibt vage

Trotz der alarmierenden Zahlen gibt es bisher wenig konkrete Maßnahmen, um die Lage zu verbessern. Im Bundestag spielt das Thema Wohnen im Wahlkampf kaum eine Rolle, kritisieren Sozialverbände.

Dabei gäbe es mehrere Ansatzpunkte:

  • Mehr sozialer Wohnungsbau: Statt Kürzungen müssten Milliarden in neue Sozialwohnungen investiert werden.
  • Bürokratieabbau für Neubauten: Genehmigungsverfahren dauern oft Jahre – hier könnte schneller gehandelt werden.
  • Steuerliche Anreize für private Investoren: Wer neuen Wohnraum schafft, sollte entlastet werden, statt mit immer neuen Vorgaben ausgebremst zu werden.

Doch bislang fehlt der politische Wille für größere Reformen. „Jeder redet über die Krise, aber niemand löst sie“, sagt ein Immobilienexperte.

Finanzen / Immobilien
[InvestmentWeek] · 05.02.2025 · 09:00 Uhr
[0 Kommentare]
cryptocurrency, bitcoin, coin, money, digital, finance, crypto, cognac, liquor, clock, business, investments, cryptocurrency, cryptocurrency, crypto, crypto, crypto, crypto, crypto
Marktkonsolidierung und drohende Rückschläge Bitcoin (BTC) bewegt sich weiterhin um die $90.000-Marke, nachdem es eine Woche lang kaum Bewegung gezeigt hat. Der Kurs stagniert und kann keine Dynamik in Richtung sechsstelliger Werte aufbauen. Aktuell wird Bitcoin bei etwa $90.300 gehandelt, was einer Veränderung von weniger als 2% in den letzten sieben Tagen entspricht. Der Kurs befindet sich […] (00)
vor 49 Minuten
Hauptbahnhof Hannover
Hannover/Berlin (dpa) - Die guten Nachrichten zuerst: Wintersturm Elli hat zwar für Schneechaos und einige Unfälle gesorgt, aber die schlimmsten Befürchtungen sind bislang nicht eingetroffen. Und die Meteorologen erwarten nach Auflösung des Sturms im Verlauf des Wochenendes sogar winterliches Bilderbuchwetter. Der Überblick:   Bahn will Fernverkehr im Norden wieder aufnehmen Besonders betroffen […] (02)
vor 16 Minuten
Photo: Ross Halfin
(BANG) - The Black Crowes haben ihr neues Studioalbum 'A Pound of Feathers' vorgestellt. Die Veröffentlichung der elf Tracks umfassenden Platte ist für den 13. März geplant. Aufgenommen wurde sie in Nashville mit Produzent Jay Joyce. Das Album markiert den neuesten musikalischen Schritt der Band hin zu einer kantigeren, härteren Mischung aus Blues, Soul und Rock. Zwei Songs aus dem Album – […] (00)
vor 1 Stunde
Das Logo von Bose
Berlin (dpa/tmn) - Eigentlich wollte Bose die Update-Versorgung und Internet-Anbindung für Smart-Speaker der Soundtouch-Reihe bereits am 18. Februar einstellen. Nun werden Support und Online-Funktionen aber noch einmal bis zum 6. Mai verlängert, wie der Hersteller mitteilt. Bose begründet den Schritt damit, Nutzende beim Übergang auf die kommende Offline-Software für die Lautsprecher besser […] (01)
vor 1 Stunde
Avowed erscheint auf PS5: Anniversary Update mit New Game Plus und neuen Völkern
Für viele PlayStation-Spieler war Avowed lange ein Titel nur zum Zuschauen. Gelobt, diskutiert, manchmal auch kritisch beäugt, aber eben nur auf Xbox Series und PC spielbar. Jetzt ändert sich das. Obsidian Entertainment hat offiziell bestätigt, dass das Fantasy-Action-Rollenspiel am 17. Februar 2026 für die PlayStation 5 erscheint. Und es bleibt nicht bei einem einfachen Port. Denn der PS5- […] (00)
vor 46 Minuten
Tom Cruise
(BANG) - Tom Cruise filmte ein Lichtschwert-Duell für 'Star Wars: Starfighter'. Regisseur Shawn Levy verriet, dass der 'Mission: Impossible'-Star zu den prominenten Besuchern am Set seines Sci-Fi-Blockbusters gehörte – und dabei sogar hinter der Kamera stand, um eine Action-Sequenz für ihn zu drehen. Im Interview mit der 'New York Times' sagte Levy: "Wenn man den Film jetzt sieht, weiß man, dass […] (00)
vor 1 Stunde
Winterwetter - Sturmtief Elli - Bremen
Hamburg (dpa) - Das Schneechaos im Norden hat zu zwei Spielabsagen in der Fußball-Bundesliga geführt: Wenige Stunden nach dem Aus für die Partie des FC St. Pauli gegen RB Leipzig wurde auch das Spiel des SV Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim gestrichen. Die Begegnungen können wegen der widrigen Wetterbedingungen mit Schnee und stürmischem Wind nicht wie geplant an diesem Samstag stattfinden, […] (01)
vor 12 Minuten
Mobile Robotik ohne Abhängigkeiten
Freiberg am Neckar, 09.01.2026 (PresseBox) - Autonome Mobile Roboter (AMR), Fahrerlose Transportsysteme (FTS) und automatisierte Logistikanlagen sind längst fester Bestandteil moderner Produktions-und Logistikumgebungen. Mit der wachsenden Marktdynamik steigen jedoch auch die Anforderungen an Planung, Auswahl und Integration dieser Systeme. Auf der LogiMAT 2026 in Stuttgart präsentiert sich ProLog Automation als herstellerneutraler Consulting- […] (00)
vor 1 Stunde
 
Enteignung durch Schulden: Ihr Geld ist in Gefahr
Die Wahrheit ist brutal einfach: Wer an der Macht bleiben will, kauft sich Wählerstimmen auf […] (05)
Trump fordert Zugriff auf Venezuelas Öl – neue Drohungen gegen Kolumbien, Iran und Dänemark
Öl wichtiger als Wahlen: Trumps Kurs gegenüber Venezuela An Bord der „Air Force One“ machte […] (00)
bitcoin, crypto, finance, coin, money, currency, cryptocurrency, blockchain, investment, closeup, bitcoin, bitcoin, bitcoin, bitcoin, bitcoin, crypto, cryptocurrency
Der Bitcoin-Kurs hat eine Abwärtskorrektur unterhalb von $92.500 begonnen. BTC kämpft derzeit […] (00)
Winter in Frankreich
Paris (dpa) - In Frankreich sind rund 380.000 Haushalte ohne Strom, nachdem Sturm «Goretti» in […] (00)
League of Legends startet in die neue Saison 2026
Ab dem 8. Januar 2025 startet  League of Legends  in die neue Saison, die sich vollständig um […] (00)
Schnee am Weserstadion
Bremen (dpa) - In der Fußball-Bundesliga fällt an diesem Samstag auch das Spiel zwischen Werder […] (01)
Anne Wünsche
(BANG) - Anne Wünsche zieht 2026 mit ihren drei Kindern in die Schweiz. Für die 34-Jährige […] (01)
bitcoin, crypto, finance, coins, money, currency, cryptocurrency, blockchain, investment, closeup, bitcoin, crypto, crypto, crypto, crypto, crypto
Dogecoin (DOGE) versucht, eine entscheidende Unterstützungszone zu halten, nachdem es einen […] (00)
 
 
Suchbegriff