Otto Group setzt auf Nvidia: Revolution in der Logistik
Die traditionsreiche Otto Group aus Hamburg hat eine innovative Partnerschaft mit dem weltweit führenden Chipproduzenten Nvidia geschlossen, um ihre Logistikprozesse umfassend zu modernisieren. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Beschleunigung der Abläufe, wie das deutsche Unternehmen jüngst bekanntgab. Der Technologieriese aus den USA wird die Otto Group mit moderner Hardware und Softwarelösungen unterstützen, die speziell für physikbasierte Simulationen entwickelt wurden. Unlängst hatte auch der deutsche Industriegigant Siemens eine intensivere Kooperation mit Nvidia verkündet.
Im Fokus der Partnerschaft steht der Aufbau eines fortschrittlichen Computersystems, welches gezielt Logistikroboter sowie Sortieranlagen miteinander vernetzt und steuert. Die als "Robotic Coordination Layer" bekannt gewordene Technologie soll signifikante Kosteneinsparungen ermöglichen. Kay Schiebur, Vorstand für Logistik bei der Otto Group, betonte, dass trotz der Effizienzgewinne keine Arbeitsplätze gefährdet seien. Der Konzern betreibt laut eigenen Angaben aktuell rund 120 Logistikzentren.
Nvidia hat zugesagt, auch Grafikprozessoren seiner wegweisenden Blackwell-Reihe bereitzustellen, um die digitale Transformation zu unterstützen. Die finanziellen Details der Kooperation blieben allerdings unter Verschluss. Azita Martin, Nvidias Vizepräsidentin für den Einzelhandel, hebt hervor, dass die Otto Group als erster europäischer Einzelhändler Teil dieses ehrgeizigen Projekts ist, während Nvidia global auch mit Branchenriesen wie Amazon kooperiert.
Der erste Einsatz des Systems wird in einem Logistikzentrum von Hermes Fulfilment im nordrhein-westfälischen Löhne erfolgen. Dort konnte der Dienstleister Reply bereits einen digitalen Zwilling, also ein vollständiges virtuelles Abbild des Zentrums, entwickeln. Die Otto Group plant, in die initiale Entwicklungsphase einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren und erwartet eine Implementierungsdauer von sechs bis neun Monaten. Perspektivisch wird angestrebt, das gesamte Lagerwesen des Unternehmens zu digitalisieren und damit zukunftssicher zu gestalten.

