Wohnungsmangel bremst Deutschlands wirtschaftliche Dynamik
Der aktuelle Wohnraummangel in Westdeutschland erreicht alarmierende Ausmaße und droht, das wirtschaftliche Wachstum Deutschlands zu beeinträchtigen. Nach einer neuen Studie des Pestel-Instituts in Hannover fehlen 1,2 Millionen Wohnungen, wobei die Arbeitsmärkte unter der starren Wohnungssituation leiden. Die Forscher betonen, dass das Problem des Wohnraummangels untrennbar mit der wirtschaftlichen Entwicklung verbunden ist und ohne umfassende staatliche Fördermaßnahmen nicht gelöst werden kann.
Die Zahlen der Studie überraschen, insbesondere da 1,2 Millionen fehlende Wohnungen in den alten Bundesländern weit über bisherigen Schätzungen liegen. Dabei handelt es sich um Werte nach Abzug aller Leerstände, die mehr als ein Jahr marktunfähig sind. Der hohe Leerstand, oft verbunden mit "Angst vor dem Mieter", führt zu einer paradoxen Situation, in der potenzieller Wohnraum nicht genutzt wird.
Bundesbauministerin Verena Hubertz versucht indessen, mit einem geplanten "Bau-Turbo" Optimismus zu verbreiten. Sie kündigt an, dass die Bürokratie in der Bauplanung drastisch reduziert werden soll, um den Bauprozess zu beschleunigen, flankiert von einer erheblichen Erhöhung der Fördermittel. Doch die Bauindustrie, trotz der versprochenen Reformen, bleibt skeptisch und fordert weiterhin umfassendere staatliche Unterstützung und Steuererleichterungen.
Die Steuerentlastungen könnten bereits 2026 gesetzlich verankert werden, wie Bayerns Bauminister Christian Bernreiter andeutet. Bis dahin bleibt der Druck auf die Regierung, effektive Lösungen für ein drängendes Problem zu finden, das die Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen betrifft.

