Wo morgen im Lkw-Markt Geld verdient wird
Neue Wertschöpfung und Chancen für Zulieferer aus Baden-Württemberg
Stuttgart, 05.05.2026 (PresseBox) - Im bundesweiten Straßengüterverkehr sind weniger als zehn Prozent Lastkraftwagen (Lkw) mit über 26 Tonnen unterwegs. Gleichzeitig sind die Fahrzeuge für über 50 Prozent der in diesem Sektor entstehenden CO2-Emissionen verantwortlich. Für die europäischen Reduktionsziele, die in den Jahren 2030, 2035 und 2040 neu zugelassene Lkw betreffen, bietet das einen großen Hebel. Es wird erwartet, dass der mit aktuell 97,3 Prozent dominante Dieselantrieb bei neu zugelassenen Lkw zurückgeht und dafür in den kommenden Jahren überwiegend batterieelektrische und perspektivisch auch wasserstoffbasierte Antriebsoptionen in schweren Lkw bedeutsam werden.
Wie sich diese angenommene Marktentwicklung auf zukünftige Wertschöpfungsprozesse für Zulieferer in Baden-Württemberg auswirkt, das beleuchtet eine heute (5. Mai 2026) veröffentlichte Studie im Auftrag der Landesagentur e-mobil BW. Das Autorenteam um Prof. Dr. Achim Kampker von der RWTH Aachen und des Lehrstuhls für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) zeigt, wo für sie Chancen und Lücken im Lkw-Markt bestehen.
Studie kostenlos herunterladen: „Nutzfahrzeugmarkt Baden-Württemberg: Aktuelle Trends, Wertschöpfung und Chancen für Zulieferer“
Franz Loogen, Geschäftsführer der Landesagentur e-mobil BW, ordnet die Studie ein: „Die Studie zeigt, dass sich die Wertschöpfung im Lkw schrittweise verlagert – weg von klassischen Komponenten hin zu neuen Technologien wie elektrischen Antrieben und Energiesystemen. Wie schnell dieser Wandel verläuft, entscheiden oft auch äußere Faktoren wie politische Rahmenbedingungen und die Energiepreisentwicklung. Wir als e-mobil BW unterstützen Zulieferer gezielt dabei, sich auf diese Veränderungen einzustellen.“
Identifikation relevanter Fertigungs- und Kompetenzfelder
Zukünftiger Wertzuwachs für die baden-württembergischen Zulieferer liegt in Batterien, Brennstoffzellen-Stacks, Wasserstoffspeichern, Elektromotoren und Leistungselektronik von schweren Nutzfahrzeugen. Dabei können sich die Firmen auf ihre bereits bestehenden Fertigungskompetenzen, insbesondere in der Metallverarbeitung, verlassen. Gießen, Zerspanen und Fügen lassen sich auf Strukturbauteile von Batterien, Gehäuse von Leistungselektronik oder Komponenten von Elektromotoren übertragen. Mechanische Komponenten, wie Chassis und Fahrwerk des Nutzfahrzeugs, bleiben mit rund 17 Prozent weitgehend stabil. „Unsere Studie verknüpft Technik, Kosten, Infrastruktur mit regionaler Wertschöpfung und Kompetenzbedarfen“, so Studienautor Prof. Dr. Achim Kampker
Gleichzeitig stellt die Studie in zentralen Zukunftsfeldern klare Kompetenzlücken fest. Zulieferer müssen gezielt neue Kompetenzen in der Zellfertigung, in der Leistungselektronik oder bei Magnet- und Halbleitertechnologien aufbauen. Der Erfolg Baden-Württembergs hängt entscheidend davon ab, wie gut bestehende industrielle Stärken in neue Technologien übertragen und gleichzeitig neue Schlüsselkompetenzen aufgebaut werden.
Wissenstransfer und gezielte Unterstützungsangebote für Zulieferer
Der Cluster Elektromobilität Süd-West, der von e-mobil BW koordiniert wird und die Studie mitbeauftragt hat, hilft Zulieferern dabei, diese enormen Herausforderungen zu adressieren. In Arbeitsgruppen, Themenpapieren oder Seminaren werden Weiterbildungen ermöglicht, Wissen zu Marktveränderungen vermittelt oder vorwettbewerbliche Projekte zu modularen Fahrzeugplattformen angestoßen. Die Clusterarbeit, die auch die Erstellung der aktuellen Studie umfasst, wurde jüngst international gewürdigt: Der Cluster Elektromobilität Süd-West hat im April 2026 das ECEI Gold Label für exzellente Clusterarbeit erhalten.


