Wie Videospiele unser kognitives Denken prägen könnten
Ein Psychologie-Magazin hat eine interessante These aufgestellt warum Millennials, welche mit älteren Videospielen aufgewachsen sind und Kinder der Generation Z, welche mit heutigen Videospielen aufwachsen nicht nur kulturell, sondern auch ein neurologisch unterschiedliches Denken entwickelt haben. Beide Generationen hätten aufgrund ihrer Videospiele unterschiedliche Stärken entwickelt.
Welche Personen gehören zu den Millenials, welche zur Generation Z?
Zu den Millennials gehören sämtliche Personen, welche in den frühen 80ern bis hin in die 90er geboren worden sind. Sie werden auch Generation Y (kurz Gen Y) genannt. Y auf englisch klingt wie das Fragewort „why“ und passt zu der Eigenschaft dieser Generation gerne Fragen zu stellen. Zur Generation Z (kurz Gen Z oder „Zoomer„) gehören alle Personen, welche Mitte der der 90er bis ins Jahr 2010 geboren worden sind. Die Eingrenzung der Generationen können je nach Quelle variieren. Manche definieren beispielsweise die Geburtsjahre 1997 – 2012 für die Generation Z.
Geduld kann erlernt werden
Spiele aus den 90er Jahren waren oft sehr schwierig. Es gab nicht immer Speichermöglichkeiten und wenn, waren diese sehr eingegrenzt. Es gab auch in den Videospielen wenige Hinweise wie man Probleme löst und die Anzahl der Leben waren limitiert. Ein Fehler im Spiel hat zu einem kompletten Neustart des ganzen Levels oder sogar Spiels führen können. Dadurch hätten die Millennials gelernt geduldig zu sein, eine größere Frusttoleranz zu entwickelt und haben ein starkes Durchhaltevermögen. Moderne Spiele hingegen speichern meistens automatisch und es können Fehler mit einer Rewind-Funktion sogar rückgängig gemacht werden, weswegen echte Konsequenzen ausbleiben. Gen Z würden sich deshalb in geführten Systemen wohler fühlen, würden aber beim Suchen von Problemlösungen schneller frustriert werden.
Karten im Kopf
In älteren Videospielen gab es nicht immer einer Karte oder ein Navigationssystem. Dadurch mussten Videospieler lernen sich die Umgebung gut einzuprägen und im Kopf zu navigieren. Dadurch wurde der Hippocampus gestärkt, welcher für das Raum- und Gedächtniszentrum zuständig ist. Bei modernen Videospielen gibt es meist eine automatische Navigation,, welche den Spielern hilft. Spieler von diesen Videospielen könnten deshalb gut Anweisungen befolgen ohne sich mentale Karten zu konstruieren.
Endlich vs. unendlich
Die Videospiele der 90er können umfangreich gewesen sein, hatten aber ein definiertes Ende. Nach dem Durchspielen, sowie dem Erledigen weiterer Errungenschaften war ein Videospiel komplett beendet. Moderne Videospiele, wie beispielsweise Fortnite oder Minecraft haben kein Ende. Die Spieler werden mit Belohnungsschleifen durch Updates so lange wie möglich beims selben Videospiel gehalten. Das präge zwar die Aufmerksamkeit, Züchte aber ein Bedürfnis nach geistiger Stimulation. Zudem könnte man ein Problem bekommen, wenn Aktivitäten unterbrochen werden.
Einsamkeit trotz Multiplayer
Früher hat man in Gruppen miteinander am selben Bildschirm gespielt. LAN-Parties oder mehrere Spieler an einer Konsole, wofür man sich an einem Ort treffen musste. Heute ist es möglich online miteinander zu spielen. Man muss sich nicht mal kennen. Unterhalten kann man sich über Mikros und Webcams. Alles ohne physische Nähe. Dies könne laut dem Artikel zu Einsamkeit führen, da digitale Treffen, kein reales Gegenüber ersetzen kann.
Wie könnten sich Videospieler von damals mit den Spielern von heute unterscheiden?
Die Millennials dürften besser mit unsicheren Situationen umgehen können. Ihre Frustrationstoleranz müsste größer sein. Sie dürften über ein ausgeprägteres räumliches Vorstellungsvermögen verfügen. Beim Scheitern würden sie weniger schnell aufgeben und hartnäckig bleiben. Auch Umgebungen werden von ihnen gerne erkundet.
Wo liegen die Stärken der Gen Z aufgrund von modernen Videospielen?
Videospieler der Generation Z dürften über schnellere Multitastking-Fähigkeiten verfügen und seien digital kompetenter. Auch bei klar geführten Aufgabenstellungen dürften sie effizienter sein. Die Frustrationstoleranz dürfte niedriger sein und es dürfte von ihnen öfters nach konstanter, geistiger Simulation gesucht werden.
Auch wenn dies nur psychologische Thesen sind, weiß man, dass Gehirne je nach Umwelt unterschiedliche kognitive Muster entwickeln. Dadurch werden unterschiedliche, benötigte Fähigkeiten ausgeprägt. Keine der beiden Generationen hat sich deshalb besser entwickelt. Beide Gruppen können voneinander lernen. Interessant ist auch, dass eigentlich viele Millennials für die modernen Videospiele verantwortlich sind. Was für Videospiele wird wohl die Gen Z für die nächste Generation entwickeln?
Quelle: psychologyzine.com


