Wie eine simple Frage das Recruiting revolutioniert
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, in der sich rasant wandelnden Welt der künstlichen Intelligenz die passenden Talente zu finden. Julie Sweet, CEO von Accenture, setzt dabei auf eine unkonventionelle Interviewfrage, um festzustellen, ob Bewerber die richtigen Fähigkeiten mitbringen.
In einem Podcast-Interview mit Nicolai Tangen, dem CEO von Norges Bank Investment Management, erklärte Sweet, was sie bei der Einstellung neuer Berater sucht. Unabhängig von der angestrebten Position im $64 Milliarden schweren Unternehmen stellt sie jedem Bewerber die gleiche Frage: "Was haben Sie in den letzten sechs Monaten gelernt?" Diese Methode identifiziert Lernwilligkeit schnell und effektiv. Kann ein Bewerber diese Frage nicht beantworten – auch wenn es sich um etwas so Einfaches wie Kuchenbacken handelt – sieht Sweet darin ein Warnsignal.
Während des Gesprächs teilte Sweet mit, dass sie selbst in den letzten Monaten insbesondere im Bereich KI dazugelernt hat. Zudem fand sie Zeit, sich in der Kunst des Brotbackens zu üben, obwohl sie einen vollen Terminkalender hat.
Sweets Frage verdeutlicht den Wandel in den Einstellungsmethoden, der durch generative KI angestoßen wurde. Arbeitgeber erwarten von neuen Mitarbeitern zunehmend Flexibilität und die Fähigkeit, KI zu nutzen, um den Geschäftsbetrieb zu unterstützen. Daniel Shapero, COO von LinkedIn, betont ebenfalls, dass Bewerber zeigen sollten, wie sie KI bereits im Job anwenden, um zu beweisen, dass sie bereit sind, das Unternehmen in Richtung KI-fokussiertes Arbeiten zu führen.
In einer Zeit, in der Unsicherheit bezüglich der erforderlichen Fähigkeiten der Zukunft herrscht, hebt Sweet die Bedeutung einer starken Personalabteilung hervor. "Human Resources gehört derzeit zu den spannendsten Berufsfeldern, da Talententwicklung direkt nach KI auf der Agenda der CEOs steht", sagt sie.

