Vitalik Buterin: Ethereum hat das Blockchain-Trilemma gelöst

Vitalik Buterin, Mitbegründer von Ethereum, verkündete am Wochenende, dass das Blockchain-Trilemma, die lang gehegte Überzeugung, dass ein Netzwerk nicht gleichzeitig Dezentralisierung, Sicherheit und Skalierbarkeit erreichen kann, gelöst wurde.
Live-Upgrades verändern Ethereums Netzwerkdesign
In einem ausführlichen Beitrag auf X am 3. Januar argumentierte Buterin, dass die Einführung von PeerDAS auf Ethereums Mainnet, zusammen mit Zero-Knowledge Ethereum Virtual Machines (ZK-EVMs), die Alpha-Phase erreicht haben, die praktischen Möglichkeiten des Netzwerks verändert hat.
“The trilemma has been solved—not on paper, but with live running code,” schrieb er.
Buterin bemerkte zudem, dass die Datenverfügbarkeitsprüfung bereits aktiv ist, während ZK-EVMs eine „produktionsreife Leistung“ erreicht haben, wobei die Sicherheitsarbeit noch andauert.
Er verglich die aktuelle Struktur von Ethereum mit früheren Peer-to-Peer-Systemen wie BitTorrent, das hohe Bandbreite bot, aber keinen Konsens hatte, und Bitcoin, das starken Konsens und Dezentralisierung auf Kosten des Durchsatzes erreichte.
Laut Buterin kombiniert Ethereum nun mit PeerDAS und ZK-EVMs alle drei Aspekte, was hohe Bandbreite ohne zentrale Kontrolle ermöglicht. Er beschrieb die Veränderung als „keine geringfügigen Verbesserungen“, sondern als einen Schritt zu einer „grundlegend neuen und stärkeren Art von dezentralem Netzwerk“.
Buterins Beitrag skizzierte auch eine mehrjährige Roadmap. Er erwartet größere Gaslimit-Erhöhungen im Jahr 2026, frühe Möglichkeiten, ZK-EVM-Knoten zu betreiben, und weitere Anpassungen bis 2030, da ZK-EVMs zu einer primären Methode zur Blockvalidierung werden. Er fügte hinzu, dass der verteilte Blockaufbau ein langfristiges Ziel bleibt, um zentrale Kontrollpunkte bei der Transaktionsreihenfolge zu reduzieren.
Die Reaktionen der Community spiegelten sowohl Begeisterung als auch Debatten wider. CryptoSensei schrieb, dass diese Veränderungen „keine inkrementellen Anpassungen“ seien und betonte, dass die Live-Schaltung von PeerDAS die Behauptungen schwerer als Theorie abzutun macht.
Andere, wie der Solana-Entwickler Mert Mumtaz, wiesen das Blockchain-Trilemma als veraltetes Konzept zurück.
“It is not a real thing. the trilemma does not actually exist today,” sagte er auf X.
Warum Dezentralisierung weiterhin wichtig ist
Die Kommentare des Ethereum-Architekten folgen auf frühere Warnungen vor Zentralisierungsrisiken. In seiner Neujahrsbotschaft sagte er, dass die Zukunft der Blockchain nicht nur von Upgrades abhängt, sondern auch davon, Dezentralisierung und Benutzerfreundlichkeit zu bewahren, während sie wächst.
Diese Sorge gewann 2025 an Bedeutung, ein Jahr, das durch bedeutende Upgrades wie Pectra und Fusaka geprägt war, aber auch durch Kritik, dass Ethereum zunehmend auf Layer-2-Netzwerke und große Staking-Betreiber angewiesen ist.
Die Marktperformance trug zur Spannung bei, da der Preis des nativen ETH-Tokens 2025 trotz höherer Nutzung, institutionellem Interesse und Rekordentwicklungsaktivität hinterherhinkte, was Zweifel daran aufkommen ließ, ob technischer Fortschritt allein das Vertrauen der Investoren stärken kann.
Analysten sagen, dass Buterins jüngste Botschaft die Diskussion neu ausrichtet. Anstatt über kurzfristige Kursbewegungen zu streiten, wird der Fokus darauf gelegt, ob Ethereum groß angelegte Anwendungen ohne Zensur, Ausfallzeiten oder übermäßige Kosten unterstützen kann. Wie Daniel Tschinkel in einem kürzlichen Social-Media-Post betonte, vertrauen Nutzer letztlich Systemen, die konsistent und vorhersehbar funktionieren.

