Wettbewerbshüter im Visier: Britische CMA startet Untersuchung gegen Google
Die britische Wettbewerbsaufsicht, die Competition and Markets Authority (CMA), hat im Januar 2025 ihre erste offizielle Untersuchung eingeleitet, indem sie die Marktmacht von Google im Bereich der Suchdienste sowie der damit verbundenen Werbegeschäfte ins Visier nimmt. Diese Untersuchung ist Teil der neuen Regelung der CMA und umfasst auch die Fortschritte, die Google im Bereich der AI-Suche erzielt hat. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, um den Wettbewerb in diesem Bereich zu fördern. Bis zum 3. Februar haben Interessierte die Gelegenheit, ihre Kommentare dazu abzugeben.
Diese Untersuchung ist nur der Auftakt einer Reihe von Untersuchungen, die die CMA gegen große Tech-Unternehmen plant. Bereits jetzt schaut die Branche gespannt darauf, welches Unternehmen als Nächstes im Fokus stehen wird. Sarah Cardell, Geschäftsführerin der CMA, betont die Bedeutung dieser Untersuchung, da Millionen von Menschen und Unternehmen in Großbritannien auf Googles Dienste angewiesen sind. Besonders in einer Zeit, in der AI das Suchgeschäft grundlegend verändern könnte, ist es wichtig, Wahlmöglichkeiten und Innovationen zu wahren. Vorausgesetzt wird, dass die Erhebung von Nutzerdaten in fairer Weise erfolgt und auch kleinere Unternehmen gleichberechtigt am Markt teilnehmen können.
Als 'leichtes Ziel' bezeichnet, zeichnet sich Googles Vormachtstellung bereits deutlich ab. Derzeit entfallen über 90 Prozent aller allgemeinen Suchanfragen im Vereinigten Königreich auf den Internetgiganten, und mehr als 200.000 Unternehmen nutzen die Plattform für Werbezwecke. Auch weltweit steht Google unter Beschuss, nachdem es in den USA und Europa bereits in zahlreiche kartellrechtliche Verfahren verwickelt ist. Die CMA steht im Austausch mit anderen internationalen Aufsichtsbehörden.
Ziel der Untersuchung ist es, herauszufinden, ob Google als 'strategisch marktstarker Akteur' deklariert werden kann, was der CMA ermöglichen würde, spezifische Wettbewerbsmaßnahmen zu erlassen. Dabei liegen drei Bereiche im Fokus: Zunächst wird geprüft, ob Googles Dominanz im Markt zu schwachen Wettbewerbsbedingungen und Innovationshindernissen führt. Des Weiteren wird untersucht, ob Google eigene Dienste, etwa im Bereich der Werbung und AI, bevorzugt behandelt und ob große Mengen an Nutzerdaten ohne informierte Zustimmung genutzt werden. Im äußersten Fall könnten drastische Maßnahmen, wie Unternehmensabspaltungen, diskutiert werden, wie sie bereits in den USA erwogen werden.
Besonders im Auge der CMA liegt der AI-Sektor. Während Google selbst eifrig daran arbeitet, seine Suchergebnisse zu verbessern, stehen Dienste wie ChatGPT und Perplexity bereits als alternative Angebote bereit, die Antworten direkt generieren. Google hat mit seinem eigenen Projekt 'Gemini' ähnliche Funktionen entwickelt, doch die Tatsache, dass diese Ergebnisse prominent auf den Seiten platziert werden, könnte dazu führen, dass Google verpflichtet wird, auch AI-generierte Inhalte von anderen Anbietern zu integrieren.

