Verteidigung

Weißes Haus: «Keine Aliens» am Himmel über Nordamerika

14. Februar 2023, 05:55 Uhr · Quelle: dpa
Mit Außerirdischen haben die abgeschossenen Flugobjekte über den USA wohl nichts zu tun. Aber woher stammen sie? Die US-Regierung tappt noch immer im Dunklen.

Washington (dpa) - Die über Nordamerika abgeschossenen Flugobjekte stehen nach Angaben der US-Regierung nicht in Zusammenhang mit Außerirdischen. Zu dieser Klarstellung fühlte sich das Weiße Haus in Washington gestern (Ortszeit) veranlasst.

«Es gibt keinen Hinweis auf Aliens oder außerirdische Aktivitäten bei diesen jüngsten Abschussaktionen», sagte Sprecherin Karine Jean-Pierre. Zuvor hatte es gerade in sozialen Medien Spekulationen über die Herkunft der Flugkörper gegeben, darunter auch, ob es sich dabei vielleicht um eine Invasion von Außerirdischen handeln könnte.

Bergung gestaltet sich schwierig

Was sich hinter den abgeschossenen Gerätschaften allerdings tatsächlich verbirgt, wisse man immer noch nicht, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby. Die Bergung der Trümmer gestalte sich wegen des Terrains weiterhin sehr schwierig. Eines der Objekte sei vor Alaska auf Meereis gekracht, ein anderes liege am Grunde eines Sees.

Mehr Erfolg hatte die US-Marine jedoch inzwischen bei der Bergung des chinesischen Überwachungsballons, der am 4. Februar vor der US-Atlantikküste abgeschossen worden war. Suchtrupps sei es gelungen, eine rund zehn Meter hohe Antennenvorrichtung vom Meeresgrund an die Oberfläche zu holen, berichtete der Sender CBS am Montagabend. Die Überreste würden zur Untersuchung in ein FBI-Labor gebracht, hieß es.

Seit Freitag hatte das US-Militär im nordamerikanischen Luftraum drei unidentifizierte Flugobjekte abgeschossen. Eines über Alaska, eines über Kanada und eines über dem Huronsee, der zu den Großen Seen im Norden der USA an der Grenze zu Kanada gehört. Bisher gibt es wenig belastbare Informationen, um was es sich bei den Flugkörpern handeln könnte oder wozu sie dienten. Das Objekt, das am Samstag über Kanada abgeschossen wurde, sei ein kleiner metallischer Ballon gewesen, an den eine Fracht gebunden gewesen sei, berichtete der Sender CNN am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf ein internes Pentagon-Memo.

«Wir sehen mehr, weil wir mehr suchen»

Erst Anfang Februar hatte das Eindringen eines mutmaßlichen chinesischen Spionageballons in den US-Luftraum für Aufregung gesorgt. Wenige Tage nach seinem Auftauchen schoss die US-Luftwaffe das Gefährt über dem Atlantik vor der Küste des Bundesstaates South Carolina ab. Seitdem schaue man ganz genau hin, sagte Kirby auf die Frage, warum denn auf einmal so viele fliegende Objekte von US-Kampfjets vom Himmel geholt würden.

«Wir sehen mehr, weil wir mehr suchen», erklärte Kirby. Man habe die Radareinstellungen verfeinert und suche nun konkret nach kleineren Objekten, die sich langsamer bewegten - so wie eben Ballons. Solche Objekte seien schwerer zu lokalisieren, führte Kirby aus.

Kirby sagte, die kleinen Objekte würden «aus reiner Vorsicht» mit Raketen abgeschossen. Die Gefährte hätten aufgrund ihrer Flughöhe - viel niedriger als der chinesische Ballon - eine mögliche Gefahr für den zivilen Luftverkehr dargestellt. Jetzt sei man darauf fokussiert, die Trümmer zu bergen, um herauszufinden, was es mit den Objekten auf sich habe. Nur eines sei schon klar, beruhigte Kirby: Die Flugkörper hätten keine Bedrohung dargestellt.

Man habe untersucht, ob die Objekte eine Gefahr für Menschen am Boden darstellten und ob sie Signale aussendeten. «Das taten sie nicht», sagte Kirby. Auch seien sie - anders als der chinesischen Ballon - nicht manövrierfähig gewesen, sondern seien allein vom Wind angetrieben worden.

Weißes Haus unter Druck

Ebenfalls anders als bei dem chinesischen Ballon, bei dem sich die Regierung sicher scheint, dass er zu Spionagezwecken unterwegs war, könnten die anderen Objekte auch harmlosere Ziele verfolgt haben. «Wir wissen, dass Länder, Firmen und Forschungsinstitute Objekte in solchen Höhen betreiben», zum Beispiel zu Zwecken der Wissenschaft, sagte Kirby.

Das Weiße Haus steht dennoch unter Druck. Gerade Republikaner fordern mehr Informationen zu den abgeschossenen Flugobjekten. «Die Menschen sind verängstigt und glauben verrückte Dinge, die im Internet stehen», tweete die rechte Republikanerin Marjorie Taylor Greene, die in der Vergangenheit selbst Verschwörungstheorien anhing. Es handle sich nicht um Außerirdische, stellte sie immerhin klar, aber es mangele an Transparenz.

Wenigstens Kongressabgeordneten und den Regierungen der betroffenen Bundesstaaten werde man in den kommenden Tagen weitere Informationen zu den Abschüssen an die Hand geben, versprach Kirby. Vieles davon dürfte sich aber vorerst einmal hinter verschlossenen Türen abspielen. Die US-Bürger müssen sich wohl noch etwas gedulden, bis sie erfahren, was im Himmel über ihren Köpfen so alles herumfliegt.

Verteidigung / Militär / Luftverkehr / China-Ballon / Ballons / Abschuss / USA / China / Taiwan
14.02.2023 · 05:55 Uhr
[22 Kommentare]
Ministerpräsident Alexander Schweitzer
Berlin (dpa) - Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat in der Debatte um mehr Sicherheit fürs Zugpersonal ein optisch einheitliches Deutschlandticket mit Lichtbild gefordert. Die Kollegen des in Rheinland-Pfalz zu Tode geprügelten Zugbegleiters hätten ihm im persönlichen Gespräch gesagt, es würde ihre Arbeit erleichtern, wenn sie nicht mehr die Pässe […] (01)
vor 25 Minuten
Neuer Asphalt mit Graphen könnte teure Schlaglöcher eliminieren
Schlaglöcher sind ein ernster Feind für Auto- und Radfahrer: Sie scheinen unvermeidlich, wenn mit den Jahren der Asphalt aufgibt, reißt und schlussendlich zerbricht. Dann wird es gefährlich und teuer. Schlaglöcher richten Schäden an Fahrzeugen an, können das Gefährt aus der Bahn schleudern und münden in aufwändigen Straßenreparaturen, um die im wahrsten […] (02)
vor 11 Stunden
Social-Media-Nutzung
Berlin (dpa) - Die SPD hat in einem Impulspapier die Einführung eines Social-Media-Verbots für Kinder unter 14 Jahren gefordert. Die Partei schlägt vor, eine Altersverifikation mit Hilfe der App «EUDI-Wallet» verpflichtend zu machen. Kern des Vorschlags ist eine nach drei Altersgruppen abgestufte Regelung: Für unter 14-Jährige solle fortan ein […] (00)
vor 39 Minuten
Layers of Fear 3 offiziell enthüllt: Bloober Team kehrt zum Psycho-Horror zurück
Die Enthüllung erfolgte passend zum zehnten Jubiläum des ersten Layers of Fear, am 14. Februar 2026. Auf X.com schrieb das Studio: „An diesem besonderen Tag, dem 10. Jahrestag von Layers of Fear, sind wir stolz darauf, Layers of Fear 3 zu enthüllen! “ Ein Teaser-Countdown hatte zuvor die Community beschäftigt und für reichlich Spekulationen gesorgt. […] (00)
vor 36 Minuten
ARD zeigt Cannes-Drama «Mehr denn je» erstmals im Free-TV
Im Rahmen des „KinoFestival im Ersten“ feiert das vielbeachtete europäische Drama um Mitternacht seine TV-Premiere. Das Erste zeigt am in der Nacht zum Montag, 23. März, um 00: 00 Uhr im Rahmen des „KinoFestival im Ersten“ erstmals den Spielfilm Mehr denn je. Das Drama von Regisseurin Emily Atef ist eine Koproduktion aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Norwegen und steht ab diesem […] (00)
vor 7 Stunden
Olympische Winterspiele 2026
Cortina d'Ampezzo (dpa) - Die deutschen Skeletonis freuten sich mit der Deutschland-Flagge in den Händen über zwei weitere Medaillen und eine fast perfekte Olympia-Ausbeute. Doch der ganz große Jubel blieb nach der verpassten Doppelchance auf Gold zum Abschluss aus. Susanne Kreher und Axel Jungk gewannen bei der olympischen Team-Premiere Silber mit […] (01)
vor 5 Minuten
stock, chart, apple, bitcoin, investing, trading, crypto, block chain, vpn, euro
Das US-Justizministerium hat bekannt gegeben, dass Ramil Ventura Palafox, der CEO von Praetorian Group International (PGI), zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Staatsanwälte erklärten, dass Palafox ein Bitcoin-basiertes Ponzi-Schema im Wert von $200 Millionen betrieben hat, das mehr als 90.000 Investoren weltweit betrog. Bitcoin-Betrugsfall […] (00)
vor 52 Minuten
Warum Hunde im Winter schlechter fressen: Ursachen erkennen & Maulkomfort sanft verbessern
Mörfelden-Walldorf, 14.02.2026 (lifePR) - Der Winter bringt Ruhe in den Alltag. Spaziergänge werden kürzer, das Leben verlagert sich nach drinnen, Routinen verändern sich. Viele Hunde reagieren darauf mit mehr Schlaf und weniger Aktivität.  Doch oft fällt Haltern im Winter noch etwas anderes auf: Der Futternapf bleibt stehen. Manche Hunde fressen […] (00)
Gestern um 08:00
 
Wird Angela Merkel Bundespräsidentin? Gerüchte versetzen CDU in Alarmbereitschaft
Spekulation aus dem grün-linken Lager Nach Berichten aus Unionskreisen kursiert das Szenario, […] (12)
winter, tree, frost, snow, cold, winter landscape, nature, landscape, winter magic
Schnee am Vormittag in Alpennähe und abends im Westen In der Nähe der Alpen fällt am […] (01)
Tödlicher Rodelunfall
Salzburg (dpa) - Während eines Skilagers einer Münchner Schule in Österreich ist eine […] (04)
62. Münchner Sicherheitskonferenz
München (dpa) - Gibt es noch Hoffnung für die einst so engen und freundschaftlichen […] (03)
iPhone im Flip-Design: Apple testet kompaktes Falt-Smartphone
Gerüchten aus Asien zufolge experimentiert Apple derzeit intensiv mit […] (00)
Resident Evil Requiem sprengt Speicher-Grenzen – 72,88 GB zum PS5-Launch?
Kurz vor dem Release sorgt Resident Evil Requiem für neue Diskussionen. Doch diesmal […] (02)
Bei grellem Licht: Motorradhelm-Visier dunkelt ohne Batterien sofort ab
Beim Motorradfahren ist nichts wichtiger als gute Sicht, volle Konzentration und die […] (04)
VfB Stuttgart - 1. FC Köln
Stuttgart (dpa) - Der VfB Stuttgart hat sich dank Doppelpacker Ermedin Demirovic […] (02)
 
 
Suchbegriff