Weihnachtsarbeit: Deutschlands Erwerbstätige zwischen Pflicht und Feiertagsruhe

Arbeiten an den Feiertagen ist für viele Menschen in Deutschland an der Tagesordnung. Einer Analyse der Hans-Böckler-Stiftung zufolge, wird an Heiligabend fast ein Viertel der Erwerbstätigen bis zum gesetzlichen Ladenschluss um 14 Uhr beschäftigt sein.
Danach reduziert sich dieser Anteil auf etwa 9 Prozent, ein Wert, der an den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr weitgehend gleich bleibt. Mit einer minimalen Besetzung von jeweils 8 Prozent operieren Unternehmen am ersten Weihnachtsfeiertag und Neujahr.
Ein ähnlicher Trend zeigt sich am Silvestermorgen, wenn wieder rund ein Viertel der Erwerbstätigen ihren Dienst bis 14 Uhr versehen. Danach sinkt der Wert auf etwa 10 Prozent.
Besonders betroffen sind die Branchen Verkehr, Logistik und Handel, wo an Heiligabend fast die Hälfte der Beschäftigten arbeiten muss. Am Silvesterabend erbringt das Gastgewerbe seinen Beitrag mit 28 Prozent der Belegschaften, während im Bereich Verkehr und Logistik 26 Prozent tätig sind.
Menschen mit niedrigem Einkommen sind besonders häufig betroffen, an den Feiertagen arbeiten zu müssen. Oft sind es dieselben Mitarbeiter, die in den letzten Jahren auch an Feiertagen im Einsatz waren.
Im Osten Deutschlands gibt es zudem eine erhöhte Bereitschaft zur Feiertagsarbeit, was sich im Vergleich von Sachsen-Anhalt mit 31 Prozent an Heiligabend gegenüber dem eher katholischen Bayern mit 17 Prozent deutlich zeigt. Befragt wurden knapp 5.900 Angestellte und Selbstständige vom WSI-Institut der Böckler-Stiftung, ohne zu spezifizieren, ob Urlaub beantragt oder spezielle Vereinbarungen gelten.

