Webasto gesichert: 2-Milliarden-Rettungspaket soll Autozulieferer stabilisieren
Das angeschlagene deutsche Traditionsunternehmen Webasto hat sich nach intensiven Verhandlungen ein massives Rettungspaket gesichert. Wie aus gut informierten Industriekreisen zu erfahren ist, haben die bedeutsamen Gespräche zwischen Vorstand, Eigentümern, Banken und bedeutenden Autoherstellern endlich ein erfolgreiches Ende gefunden. Das geschnürte Finanzpaket im Volumen von rund zwei Milliarden Euro wird bereits in den kommenden Tagen in ersten Tranchen ausgezahlt. Während der formelle Abschluss noch aussteht, verweigert das Unternehmen bislang jegliche Stellungnahme.
Webasto, bekannt für seine Schiebe- und Panoramadächer und mit 15.000 Mitarbeitern im bayerischen Stockdorf ansässig, erlebte eine zähe Verhandlungsphase. Besonders der neue Vorstandsvorsitzende Jörg Buchheim, unterstützt vom Restrukturierungsexperten Johann Stohner und Finanzvorstand Jörg Bremer, trieb die Gespräche voran. Ursprünglich war bereits im Frühjahr ein Abschluss des Sanierungsplans geplant, doch die Einigung zog sich in die Länge. Hauptgrund waren harte Diskussionen, insbesondere mit der Volkswagen-Gruppe sowie Debatten über eine Übertragung von Eigentumsanteilen auf einen neutralen Treuhänder. Unterstützung erhielt Webasto zeitweise auch von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.
Das Unternehmen kämpft mit über einer Milliarde Euro Schulden und gescheiterten Produktinnovationen wie E-Ladesäulen, die es bereits abwickeln musste. Gleichzeitig leidet es – wie ein Großteil der deutschen Zulieferindustrie – unter den schwindenden Verkaufszahlen deutscher Automarken in China, was sich auch in der Zusammenarbeit mit Volkswagen zeigt, das 2022 erheblich weniger Fahrzeuge in der Volksrepublik absetzte als noch 2018.
Automobilhersteller wie Volkswagen und BMW engagierten sich in den Rettungsverhandlungen, um ihre Produktionsketten zu stabilisieren. Dies unterstreicht die Bedeutung von Webasto als essenzieller Lieferant in der globalen Wertschöpfungskette dieser Automobilgiganten.

