Warten auf Jackson Hole: Zinsen, Anleihen und Marktbewegungen
Alle Blicke sind auf Jackson Hole gerichtet, wo Fed-Chef Jerome Powell möglicherweise Hinweise zur künftigen Zinsentwicklung in den USA geben könnte. Die Finanzwelt ist gespannt, ob es im September zu einer Zinssenkung kommt, die derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent erwartet wird. Analysten wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank betonen, dass Marktsignale sowie Fortschritte im Ukraine-Konflikt derzeit im Zentrum der Marktbeobachtungen stehen.
Hierzulande verzeichnete man eine schwache Nachfrage nach neuen Bundesanleihen, insbesondere nach den 30-jährigen. Arthur Brunner von der ICF Bank führt dies auf die Unsicherheit über die Finanzierungsbedarfe nach einem möglichen Ukraine-Frieden zurück. In diesem Umfeld stiegen die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen leicht auf 2,75 Prozent.
Die Unabhängigkeit der US-Notenbank ist ebenfalls ein wichtiges Thema, da politische Einflüsse auf die Fed die Stabilität der wirtschaftlichen Strukturen gefährden könnten. Helaba-Analyst Ulrich Wortberg sieht darin ein erhebliches Risiko für die Stabilität des US-Dollar und des Anleihemarktes.
Auch die Nachfrage nach Unternehmensanleihen zeigt gemischte Signale. Siemens und Eon stehen im Fokus der Investoren, ebenso wie die Anleihe von John Deere. Die Beteiligungsgesellschaft Chapters Group und die Azerion Group verbuchen rege Umsätze, wobei letztere über eine vorzeitige Bond-Tilgung spekuliert. Bei den jüngsten Anleiheemissionen steht die Katjes-Anleihe in Anlegergunst. Dagegen verzeichnen die Anleihen von Homann Holzwerkstoffe und Formycon Verkaufsbewegungen. Neue Angebote wie der JDC Group Bond werden hingegen positiv aufgenommen.

