Warnstreik legt Südwest-Nahverkehr lahm: Verdi fordert höhere Zuschläge
Pendler in Baden-Württemberg müssen am Montag mit erheblichen Einschränkungen im Nahverkehr rechnen, denn die Gewerkschaft Verdi hat zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die Städte Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz. Dieser Ausstand ist Teil eines umfassenderen Arbeitskampfes, der bundesweit stattfindet.
Verdi prognostiziert, dass in den betroffenen Regionen kaum Busse und Bahnen fahren werden, was für Hunderttausende Fahrgäste spürbare Folgen haben könnte. Im gesamten Bundesgebiet werden derzeit neue Manteltarifverträge für kommunale Nahverkehrsbetriebe verhandelt. Im Südwesten verhandelt Verdi für rund 6.700 Beschäftigte mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband von Baden-Württemberg.
Im Mittelpunkt der Gespräche stehen diesmal nicht die Gehaltsforderungen, sondern verbesserte Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem höhere Zuschläge für Überstunden, Nacht-, und Wochenendarbeit sowie individuelle Zulagenanpassungen. Verdi-Verhandlungsführer Jan Bleckert zeigte Verständnis für die angespannte finanzielle Lage der Kommunen, machte aber deutlich, dass Verdi nicht bereit sei, die Arbeitsbedingungen weiter zu verschlechtern.
Die Arbeitgeberseite hingegen argumentierte mit der angespannten Finanzlage vieler Städte und Gemeinden und wies die Forderungen als unfinanzierbar zurück. Sie verwies auf bereits vereinbarte Entgeltsteigerungen, die seit 2023 um über 20 Prozent gestiegen seien. Die Verhandlungen sollen am 9. Februar fortgesetzt werden, da die Friedenspflicht bereits beendet ist.

